Staatliche Hacker greifen Hersteller von COVID-19-Impfstoffen an

Von Nadine Juliana Dressler am 14.11.2020 12:02 Uhr
32 Kommentare
Staatlich beauftrage Hacker sollen sich im Zuge der Corona-Pandemie daran gemacht haben, die Forschungsdaten von insgesamt sieben Herstellern von COVID-19-Impfstoffen auszuspähen. Das berichtet Microsoft und fordert Konsequenzen.

Der Konzern hat in den letzten Monaten eine Reihe von Angriffen entdeckt, die sich gegen Hersteller von COVID-19-Impfstoffen richteten. Zudem gab es eine Vielzahl an Angriffen gegen Krankenhäuser und andere medizinische Forschungseinrichtungen - etwas, das dringend gestoppt werden muss, schreibt Microsoft nun in einem Blog-Beitrag.

Staatliche Hacker aus Russland und Nordkorea

Demnach konnte Microsofts Sicherheits-Team unter anderem drei staatlich geförderte Hacker-Gruppen, sogenannte APTs ausmachen, die verschiedene Cyberangriffe ausgeführt haben. Die Spuren führen laut dem Konzern nach Russland, und dort zu der Gruppe Strontium oder auch "Fancy Bear", sowie nach Nordkorea, wo die Zink (Lazarus-Gruppe) und Cerium diverse Angriffe auf Forschungseinrichtungen weltweit durchgeführt haben.

Microsoft schreibt weiter, dass man drei ge­ziel­te staatlich geförderte Hacker-Operationen entdeckt habe, die Cyber-Angriffe auf min­des­tens sieben prominente Unternehmen gestartet haben, die an der Erforschung und Behandlung von COVID-19-Impfstoffen beteiligt sind. Auch ein Unternehmen, das einen COVID-19-Test entwickelt hat, ist mit bei den Angegriffenen dabei. Diese Unternehmen waren laut Microsoft in Kanada, Frankreich, Indien, Südkorea und den Vereinigten Staaten angesiedelt. Inwieweit die Angriffe aber von Erfolg gekrönt waren, schreibt Microsoft nicht (via Online-Magazin ZDNet).

Diese Angriffe sind dabei nur die jüngsten in einer langen Reihe von Vorfällen, die sich in einer der schwierigsten Zeiten der letzten Jahre gegen Organisationen des Gesundheitswesens richteten, so Microsoft.

Dass Hacker-Gruppen die globale Krise ausnutzen und dabei auch Krankenhäuser angegriffen haben und so Menschenleben gefährdeten, muss nun ein Ende haben, schreibt Microsoft. Man habe vor allem Lösegeldangriffe in den USA, Deutschland, der Tschechischen Republik, Spanien und Thailand registriert. In Deutschland gab es in dem Zusammenhang den ersten bekannten Todesfall. Microsoft-Präsident Brad Smith hat daher während des in diesem Jahr virtuell ausgerichteten Pariser Friedensforum einen Aufruf an die führenden Politiker weltweit gerichtet. Diese kriminellen Machenschaften können nicht toleriert werden - Politiker müssten nun handeln.

Corona-Warn-App: Rundgang durch die Tracing-App des Bundes
videoplayer
Siehe auch:
32 Kommentare lesen & antworten
whatsapp
Jede Woche neu: Top-News per E-Mail
Verwandte Themen
Coronavirus
Desktop-Version anzeigen
Hoch © 2020 WinFuture Impressum Datenschutz Cookies