Microsoft verrät, warum es nicht auf die Xbox Series S verzichten konnte

Von John Woll am 10.11.2020 18:56 Uhr
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Die Vorstellung der Xbox Series S wurde von Entwicklern kritisiert - schließlich muss so im Vergleich mit der Xbox Series X ein zweites, deutlich schwächeres Leistungsprofil bedacht werden. Microsoft hat jetzt erklärt, warum man nicht auf die günstige Konsole verzichten konnte.

Moore's Law lebt, lahmt aber

Wie der Xbox-System-Architekt Andrew Goossen in einem Interview mit Eurogamer erläutert, ist die Entscheidung für die Entwicklung der Xbox Series S eng mit einer anderen Entwicklung verknüpft: Der immer größeren Schwierigkeit, Herstellungskosten über Zeit reduzieren zu können. "Wir stehen vor einem großen Wandel bei der Entwicklung von Konsolen", so Goossen. Dabei zieht der Microsoft-Manager einen Vergleich zur Xbox 360: "Als wir mit dem Bau der ursprünglichen Xbox 360 - der kleinsten ohne Festplatte - begannen, kostete uns das etwa 460 Dollar. Am Ende der Generation kostete sie uns etwa 120 Dollar." Diese deutlichen Einsparungen seien dabei vor allem durch die Reduzierung der Kosten für die Chips vorangetrieben worden.

Microsoft erklärt: So richtet man die Xbox Series X und Series S ein
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Für die richtige Perspektive: Die Xbox 360 war mit getrennter CPU und GPU gestartet, die im 90-nm-Verfahren gefertigt wurden. Am Ende des Konsolen-Zyklus waren die beiden Kompo­nenten in einem Chip vereint und auf eine 32nm-Architektur geschrumpft - ein gigantischer Sprung. Bei der Xbox One war dagegen über die gesamte Laufzeit nur ein Sprung von 28nm auf 16nm gelungen - und damit fiel auch die Kostenreduktion in diesem Bereich deutlich geringer aus. Bei der Xbox Series-Familie wird sich diese Entwicklung noch verschärfen, so Goossen: "Moore's Law ist sicher nicht tot! Was aber nicht mehr der Fall ist, ist eine gute Kostenreduzierung pro Transistor - und das hat grundlegende Auswirkungen auf die Konsolenentwicklung."

Xbox Series S

Früher war alles einfacher

Aus dieser Entwicklung ergab sich für Microsoft dann der logische Schluss, dass man in dieser Generation nicht auf entsprechende kosten­senkende Effekte warten wollte. " Frühere Generationen waren irgendwie einfach, weil man zu Beginn der Generation etwas wirklich Teures herstellt - so viel Silizium und so viel Leistung wie möglich hineinstecken - und dann einfach die Kostensenkungskurven bis hinunter zu den Massenmarktpreisen fahren würde. Das gibt es heute nicht mehr", erklärt Goossen.

Modell Xbox Series X Xbox Series S
CPU 8-Core AMD Zen 2 CPU @ 3.8GHz
3.6GHz w/ SMT Enabled
8-Core AMD Zen 2 CPU @ 3.6GHz
3.4GHz w/ SMT Enabled
Grafikprozessor (GPU) AMD RDNA 2 GPU
52 CUs @ 1,825 GHz
AMD RDNA 2 GPU
20 CUs @ 1,565 GHz
GPU-Leistung 12,15 TFLOPS 4 TFLOPS
RAM 16 GB GDDR6 RAM
10 GB @ 560 GB/s
6 GB @ 336 GB/s
10 GB GDDR6 RAM
8 GB @ 224 GB/s
2 GB @ 56 GB/s
Leistungsziel 4K @ 60 FPS, bis zu 120 FPS 1440p @ 60 FPS, bis zu 120 FPS
Speicher 1 TB PCIe Gen 4 NVME SSD
2,4 GB/sek unkomprimiert
4,8 GB/sek komprimiert
512 GB PCIe Gen 4 NVME SSD
2,4 GB/sek unkomprimiert
4,8 GB/sek komprimiert
Erweiterbarer Speicher 1 TB Erweiterungskarte
(entspricht exakt internem Speicher)
Kompatibilität Tausende abwärtskompatible, digitale Spiele für Xbox One, Xbox 360 und Original Xbox zum Start. Xbox One Gaming-Zubehör ebenfalls kompatibel.
Disc-Laufwerk 4K UHD Blu-ray Nur Digital
Display-Anschluss HDMI 2.1 HDMI 2.1
UVP 499,99 Euro 299,99 Euro

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