US-Wahl: Kritik an YouTube wegen Videos, Facebook sperrt Gruppe

Von Witold Pryjda am 06.11.2020 09:01 Uhr
Die US-Präsidentschaftswahl ist nach wie vor nicht entschieden und es ist zu bezweifeln, dass ein endgültiges Ergebnis in den nächsten Tagen fest­steht. Denn abgesehen von langen Auszählungen gibt es Klagen und es sind Recounts zu erwarten. Auch in sozialen Medien geht es heiß her.

Letzteres liegt natürlich daran, dass Donald Trump seine mittlerweile durchaus wahrscheinliche Abwahl nicht akzeptieren will. Das ist alles andere als überraschend, denn der 45. US-Präsident spricht schon seit Wochen von Betrug und Verschwörung - auch wenn es nicht die geringsten Beweise dafür gibt.

Kurz nach dem Schließen der Wahllokale hat Trump etwa einen Auszählungstopp gefordert, auch wenn es ein völlig normaler Vorgang ist, dass Stimmen länger gesichtet und gemeldet werden. In einer auch von Republikanern vielfach kritisierten Pressekonferenz rief sich Trump kurz nach Schluss der Wahllokale vorzeitig zum Sieger aus und sprach von Betrug, weil die Stimmenauszählung weitergeht.

Betrugsvorwürfe: YouTube hat nicht "vorgesorgt"

Videos dieser regelrecht bizarren Rede sorgen nun für Debatten und Unmut auf YouTube: Denn die zu Google gehörende Plattform weigert sich, Videos von One America News (OAN), eines rechten Nachrichtensenders, zu löschen. In einem wird behauptet, dass die Demokraten "republikanische Wahlzettel wegwerfen, gefälschte Wahlzettel sammeln und die Ergebnisse verzögern, um Verwirrung zu stiften".

YouTube hat diesem und einem anderen Video, in dem von Diebstahl gesprochen wird, zwar die Monetarisierung entzogen, löschen will man sie aber nicht (via Cnet). Die Videoplattform will darin keinen Verstoß gegen seine Richtlinien erkennen. Kritiker sehen als Grund dafür aber eine fehlende Definition, wie man mit Falschinformationen umgeht. Denn YouTube hat sich zwar im Vorfeld der Wahl überlegt, wie man Gerüchte zum Thema Briefwahl zerstreut, auf Betrugsbehauptungen war man aber nicht eingestellt.

Auch bei Facebook ging es vor der Wahl heiß diesbezüglich her, das soziale Netzwerk hat aber mittlerweile auf entsprechende Gruppen reagiert, wenngleich mit einiger Verspätung. Denn wie SlashGear berichtet, hat Facebook eine Gruppe mit dem Titel "Stop the Steal" (Stoppt den Diebstahl) gesperrt, die in kürzester Zeit 360.000 Nutzer ansammeln konnte.

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