880 km Reichweite: Kobaltfreier Akku ab 2021 in Premium-E-Autos

Von John Woll am 02.10.2020 15:59 Uhr
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Das chinesische Unternehmen SVOLT kommt bei der Produktion seiner kobaltfreien Akkus wohl gut voran. Wie man jetzt mitteilt, werden die Stromspeicher mit einer Reichweite von bis zu 880 Kilometer ab nächs­tem Jahr in ersten Fahrzeugen zum Einsatz kommen - vorerst in China.

Damit E-Autos ihrem Ruf als umweltfreundliche Alternative wirklich gerecht werden, sind große Fortschritte bei den Batterien und deren Produktion sowie Entsorgung notwendig - Polestar hatte vor Kurzem vorgerechnet, ab wie viel gefahrenen Kilometern hier die Bilanz ins Positive kippt. Jetzt gibt es aus China Meldungen zu einem großen Fortschritt bei den Bemühungen um kobaltfreie Akkus.

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Wie SVOLT gegenüber Reuters mitteilt, hat man die Entwicklung des kobaltfreien Akkus abgeschlossen und wird diesen im nächsten Jahr an den chinesischen Autobauer Great Wall Motors liefern. Die Batterie setzt auf einen Aufbau aus etwa 75% Nickel, 25% Mangan und einen geringen Prozentsatz anderer Metalle - derzeit sind vor allem Nickel-Kobalt-Alumi­nium-Batterien (NCA), Nickel-Kobalt-Mangan-Batterien (NCM) oder Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien (LFP) in E-Autos im Einsatz.

Nach aktuell verfügbaren Informationen kommt der neue SVOLT-Akku dabei auch auf sehr gute Leistungswerte: Mit einer Ladung soll das Spit­zen­mo­dell des Akkus eine Reichweite von 880 Kilometern ermöglichen. Die Lebenszeit gibt der Hersteller mit 15 Jahren oder 1,2 Millionen Ki­lo­me­tern an. Durch die Einsparung von Kobalt kön­nen dabei deutlich Kosten reduziert werden, au­ßer­dem wird der Abbau des Metalls wegen be­waff­ne­ter Konflikte und gefährlichen Ar­beits­be­din­gun­gen scharf kritisiert.

Werk in Europa geplant

Bleibt der Akku auch vorerst chinesischen Autobauern vorbehalten, plant SVOLT hier einen raschen Ausbau seiner Kapazitäten, um auch andere Märkte bedienen zu können. Für Europa wurde laut Firmenchef Yang Hongxin schon ein Standort für eine Fabrik ausgewählt, wann der Aufbau beginnt ist aber noch nicht bekannt.

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