Windows XP-Leak: Quellcode lässt sich problemlos kompilieren

Von Christian Kahle am 01.10.2020 10:04 Uhr
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Der Quellcode der Microsoft-Betriebssysteme Windows XP und Windows Server 2003 , der vor einigen Tagen im Netz auftauchte, ist authentisch. Zu Prüfzwecken hat ein Nutzer die Sourcen kurzerhand kompiliert und erhielt ein funktionierendes System.

Kurz nach dem Auftauchen der Leaks hatten bereits mehrere Entwickler, die nicht zu Mi­cro­soft gehörten, Blicke in den Code geworfen und erklärt, dass die Echtheit recht wahr­schein­lich ist. Eine entsprechende Bestätigung von Microsoft steht bislang noch aus. Ein Pro­gram­mie­rer aus den USA, der auf verschiedenen Kanälen unter dem Pseudonym NTDEV aktiv ist, setzte sich daher hin und versuchte, den Quellcode in lauffähige Software zu übersetzen.

Wie das US-Magazin ZDNet berichtet, gelang es ihm bereits am Wochenende, aus dem Code ein funktionierendes Windows XP-System zu kompilieren. Inzwischen schaffte er es darüber hinaus, auch ein funktionierendes Windows Server 2003-System zu bekommen. Allerdings zeigte sich, dass der Quellcode nicht komplett ist.

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Einige Teile fehlen

So fehlten letztlich einige Komponenten, die ei­gent­lich fest zu Windows XP gehörten. Unter an­de­rem gab es nach dem Kompilieren die win­log­on.exe nicht und auch eine Reihe von Trei­bern sind in dem Code nicht mit enthalten. Es ist also nur bedingt möglich, aus dem Quell­code ein wirklich nutzbares Betriebssystem zu er­hal­ten, das für den alltäglichen Einsatz brauch­bar wäre.

Allerdings stellte es für einen Entwickler mit hinreichenden Kenntnissen überhaupt kein Problem dar, den Windows-Kernel und auch den Explorer aus dem Quellcode zu bekommen. Und auch verschiedene Programme, die zum fes­ten Lieferumfang gehörten, waren in der übersetzten Software vorhanden. Insofern lässt sich bestätigen, dass es sich wohl um einen echten Quellcode aus den Entwicklungs-Zweigen in Redmond handelt.

NTDEV hatte seine Arbeit in mehreren Videos dokumentiert. Diese sind inzwischen aber nicht mehr abrufbar. Zu den Gründen und ob Microsoft hier doch noch intervenierte gibt es bisher keine Aussagen.

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