Nach vielen Monaten: NASA findet endlich das Leck auf der Raumstation

Von Witold Pryjda am 30.09.2020 12:33 Uhr
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Die Internationale Raumstation ISS verliert seit fast einem Jahr Luft und bisher konnten die Verantwortlichen nicht die Quelle dafür lokalisieren. Nun konnte das Leck im russischen Swesda-Modul aufgespürt werden, es muss aber erst abgedichtet werden.

Seit bereits vielen Monaten suchen die Astronauten und Kosmonauten jene Stelle, aus der die Luft aus der International Space Station (ISS) entweicht, doch bisher war die Suche eher mit der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen vergleichbar. Oder besser gesagt: Sie hatte eine ähnliche Erfolgsquote. Denn theoretisch sollte die Lokalisierung des Lecks einfacher sein, da man Druckmessungen in den einzelnen Modulen durchführen kann.

In der Praxis gelang das aber bisher dennoch nicht. Wie Cnet berichtet, haben es NASA und Roskosmos nun aber wohl endlich geschafft, das Leck aufzuspüren bzw. auf ein Modul einzugrenzen. Nach einer Reihe an neuen Tests wurde es im russischen Wohn- und Navigationsmodul Swesda lokalisiert. Bei der Suche wurde nicht nur der Druck gemessen, es kam auch ein spezielles Ultraschall-Gerät zum Einsatz.

Die Raumstation ISS in Zahlen
Infografik: Die Raumstation ISS in Zahlen

Essentieller Teil der Raumstation

Swesda ist eines der ältesten Bestandteile der Raumstation, es ist im Juli 2000 als drittes ISS-Modul angedockt worden. Es ist ein essentieller Bestandteil der Raumstation, da es die Lebenserhaltungssysteme und Wohnquartiere beinhaltet. Das Leck befindet sich offenbar im zylindrischen Hauptelement. Die exakte Stelle wurde bisher noch nicht lokalisiert, in einem Statement der NASA heißt es, dass hierzu derzeit zusätzliche Arbeiten vorbereitet werden.

Das Leck hat sich in der letzten Zeit zwar offenbar etwas verschlimmert, allerdings immer noch "nur" verhältnismäßig. Denn wie die NASA explizit betonte, stellt es keine unmittelbare Bedrohung für die Besatzung dar. Laut der NASA-Mitteilung stellt das Leck auch nur eine geringfügige Abweichung der Zeitpläne auf der Raumstation dar.
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