Amazon-Kunden sollen bald überall mit ihrer Handfläche zahlen können

Von Roland Quandt am 29.09.2020 13:47 Uhr
23 Kommentare
Amazon hat in den USA bereits eine Reihe von Supermärkten und ande­ren Lebensmittelgeschäften eröffnet. Jetzt sollen die Kunden dort ganz ohne Kreditkarte oder Smartphone-App bezahlen können. Sie identifi­zie­ren sich stattdessen mit ihrer Hand und zahlen auch auf diesem Weg.

Der weltgrößte Onlinehändler hat heute die Einführung von Amazon One in seinen US-Lebensmittelläden der Marke Amazon Go bekannt gegeben. Das System nutzt spezielle Scanner, um die Handfläche des Kunden zu "lesen" und ihn anhand dieser Daten zu identifizieren. Im Grund wird die Hand damit zu einer Art persönlicher Kreditkarte.

Amazon One
Dieser Scanner wird in den USA wohl bald häufiger anzutreffen sein

Die sogenannte Palm-Recognition-Technologie ist an sich nicht neu, sondern wird schon länger in bestimmten Bereichen eingesetzt, um zum Beispiel den Zugang zu geschützten Räumlichkeiten in Unternehmen zu kontrollieren. Amazon One soll die Technik jetzt im Grunde allgegenwärtig machen, denn natürlich will der US-Konzern das System auch über seine eigenen Geschäfte hinaus im Einsatz sehen.

Amazon hofft auf rasche Verwendung durch andere Kunden

Amazon One habe eine Vielzahl von Nutzungsbereichen, so das Unternehmen. Man wolle deshalb auch Betreiber anderer Geschäfte, von Stadien oder die Nutzer von Bürogebäuden für das System begeistern. Derzeit sollen bereits aktive Diskussionen mit einer Reihe von potenziellen Drittfirmen laufen, die die Handflächen-Scanner für ihre Zwecke verwenden wollen.

Amazon wirbt unter anderem damit, dass das System auch ohne ein Amazon-Konto genutzt werden kann. Stattdessen werden die Kunden nur anhand ihrer Telefonnummer und einer Kreditkartennummer identifiziert bzw. zur Kasse gebeten. Die durch die Scanner erfassten biometrischen Daten sind vom Kunden jederzeit über ein dediziertes Online-Portal löschbar, wenn man den Dienst nicht mehr nutzen möchte.

Gleichzeitig verspricht das Unternehmen, dass die Privatsphäre der Nutzer besser geschützt ist als bei anderen Identifikationssystemen wie etwa der Iris- oder Gesichtserkennung. So sei die Identität einer Person nicht einfach mit einem Blick auf ihre Handfläche zu erkennen und die Nutzer müssen eine deutlich sichtbare und aktive Geste ausführen, um das System zu nutzen. Die so erfassten Daten werden angeblich ausschließlich verschlüsselt abgelegt.

Rabattaktionen im Vorfeld des Amazon Prime Day 2020:
23 Kommentare lesen & antworten
whatsapp
Jede Woche neu: Top-News per E-Mail
Verwandte Themen
Amazon
Desktop-Version anzeigen
Hoch © 2020 WinFuture Impressum Datenschutz Cookies