5G-Roaming: 1&1 Drillisch ruft jetzt die Netzagentur zu Hilfe

Von Christian Kahle am 22.09.2020 17:14 Uhr
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Der Aufbau eines neuen vierten Mobilfunk-Betreibers in Deutschland läuft sich gerade etwas fest. 1&1 Drillisch ist zum Start auf Roaming-Verein­barungen angewiesen und will sich diese jetzt mit Hilfe der Bundesnetz­agentur erkämpfen.

Es ist völlig klar, dass 1&1 Drillisch nach der Ersteigerung eigener Frequenzen für ein 5G-Mobilfunknetz mit sehr viel schlechteren Bedingungen startet als die großen Konkurrenten. Denn die drei bestehenden Netzbetreiber können weite Teile ihrer Infrastruktur weiternutzen und müssen in vielen Fällen lediglich kleinere Upgrades installieren. Der Neue muss aber ein bundesweites neues Netz aufbauen.

Damit das überhaupt funktioniert, soll es nationales Roaming als Sonderfall geben. Das bedeutet, dass Kunden von 1&1 Drillisch-Mobilfunkdiensten zumindest über eine gewisse Zeit hinweg auch von den anderen Netzbetreibern mitversorgt werden. Die Verhandlungen darüber, zu welchen Konditionen das möglich ist, laufen nun schon länger, Ergebnisse gibt es aber nicht. Der Neuling ruft daher nun die Bundesnetzagentur an, die notfalls sogar in der Lage wäre, ohne Kompromiss eine Lösung zu diktieren.

Telekom sieht keinen Netzaufbau

Der Antrag von 1&1 Drillisch läuft darauf hinaus, dass sich die Behörde in die Ge­spräche mit der Deutschen Telekom und Vodafone ein­klinkt. Tele­fonica ist noch nicht Bestand­teil dessen, da die Verhand­lungen hier noch andauern. Das heißt konkret: Mit den beiden anderen geht aktuell gar nichts mehr vorwärts, der Dritte könnte unter Umständen doch zu einer Lösung bereit sein.

Telekom und Vodafone wollen aber natürlich nicht als Bremser dastehen. Man sei ja bereit, auf den neuen Konkurrenten zuzugehen. Bei der Telekom befürchtet man allerdings, dass 1&1 Drillisch dann gar kein eigenes Netz baut und die Sache zu einer Aktion ohne absehbares Ende wird - denn bisher ist noch nicht sichtbar geworden, dass der Neue auch nur einen Mast gebaut hätte. Vodafone hingegen verweist darauf, dass es bisher schlicht nicht möglich war, sich auf einen Preis zu einigen.

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