YouTube: KI hat zu viel gelöscht, es sollen wieder mehr Menschen ran

Von Witold Pryjda am 22.09.2020 11:44 Uhr
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Jeden Tag wird auf YouTube eine kaum kontrollierbare Anzahl an Videos hochgeladen. Die Seitenverantwortlichen setzten zuletzt verstärkt auf Software bzw. Künstliche Intelligenz, doch das hat sich nicht unbedingt bewährt. Nun sollen wieder (mehr) Menschen ran.

Google bzw. YouTube haben in den vergangenen Jahren immer mehr auf KI-Hilfe bei der Mod­eration von Inhalten gesetzt. Das liegt einerseits an der immer größer werdenden Anzahl an Inhalten, andererseits musste man bei YouTube in den letzten Monaten wegen der Covid-19-Pandemie auch verstärkt auf Automatismen zurückgreifen.

Im März hatte YouTube noch bekannt gegeben, dass man sich auf Systeme verlassen wird, die Videos per maschinellem Lernen markieren und entfernen. Das betraf unter anderem Inhalte wie Hassrede und Fehlinformation. Doch mittlerweile teilte YouTube gegenüber der Financial Times (via The Verge) mit, dass dieser KI-Einsatz zu einem signifikanten Anstieg an Video-Entfernungen sowie fehlerhaften Takedowns geführt hat.

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Doppelt so viel gelöscht

Laut Financial Times wurden zwischen April und Juni elf Millionen YouTube-Videos entfernt, das ist in etwa das Doppelte der bisher in einem vergleichbaren Zeitraum entfernten Inhalte. Gegen die Löschung von etwa 320.000 Videos wurde Einspruch eingelegt, in etwa der Hälfte der Fälle war das auch von Erfolg gekrönt. Auch das ist in etwa das Doppelte des normal Üblichen.

YouTubes Chief Product Officer Neal Mohan gab diesen Fehler auch offen zu, meinte aber, dass man zum Schutz der Nutzer lieber mehr löscht als zu wenig. Nun sollen wieder verstärkt Menschen für die Sichtung von Inhalten verantwortlich sein, sie sollen die auto­ma­ti­schen Systeme aber nicht wieder ablösen, sondern Hand in Hand mit den KI-System arbeiten. Denn obwohl es immer wieder und auch zahlreiche Grenzfälle gibt, so werden auch viele Inhalte aufgespielt, die die Software ohne jeden Zweifel als Verstoß erkennen kann.
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