TikTok/Oracle-Deal als Luftnummer? Kritik am "Nicht-Verkauf" wächst

Von Witold Pryjda am 17.09.2020 15:27 Uhr
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Der Fall TikTok ist unlängst zum Politikum geworden, denn US-Prä­si­dent Donald Trump hat dem sozialen Netzwerk bzw. dem chinesischen Besitzer ByteDance ein Ultimatum gestellt: Entweder man verkauft das US-Ge­schäft oder wird verboten. Doch die Sache wird immer komplexer.

TikTok bzw. ByteDance haben bis zum 20. September Zeit bekommen, einen Käufer zu finden. Dieser Termin ist allerdings eher theoretischer bzw. öffentlicher Natur, da es eine zweite Deadline Mitte November gibt, ganz zu schweigen von den Rechtsschritten, die in dieser Angelegenheit noch von Gerichten zu entscheiden sind.

TikTok: Nutzer weltweit und in Deutschland
Infografik TikTok: Nutzer weltweit und in Deutschland

Mittlerweile ist aber bekannt, dass Oracle, nun, was eigentlich wird? Denn bisher war immer die Rede davon, dass das US-Geschäft von TikTok verkauft werden soll. Doch das wäre beim Oracle-Deal, sollte dieser tatsächlich durchgezogen werden, gar nicht der Fall. Und so gibt es mittlerweile, wie SlashGear berichtet, immer größere Widerstände am Oracle-Geschäft.

Oracle als Aufpasser

Das liegt vor allem am Umstand, dass die Oracle-Übernahme keine ist. Denn es würde sich an der Struktur des sozialen Netzwerks in Bezug auf Besitzverhältnisse praktisch nichts ändern, ByteDance würden nach wie vor die US-Anteile an TikTok gehören. Das machte auch ein Stück weit das Argument zunichte, dass TikTok aus Gründen der nationalen Sicherheit verkauft werden müsste.

Oracle wäre laut offizieller Diktion lediglich "vertrauenswürdiger Technologiepartner" und nicht Besitzer von TikTok. Oracle würde zwar Einblick in den Quellcode sowie auf Technologien haben, um sicherzustellen, dass die chinesische Regierung keine Hintertüren hat. Daten von US-Nutzern würden außerdem nur noch in den USA gespeichert werden.

Wie erwähnt würde aber ByteDance im Mehrheitsbesitz von TikTok bleiben, gleiches gilt für Software und Algorithmen. Kurz gesagt: Ändern würde sich nicht viel, außer dass Oracle Aufpasser spielen darf. Entsprechend negativ sind auch die Reaktionen auf den angeblichen Deal und es wird sich zeigen, ob es tatsächlich dazu kommt.

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