Mögliches Leben: NASA-Chef fordert einen neuen Fokus auf die Venus

Von Witold Pryjda am 17.09.2020 11:00 Uhr
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Es war die wissenschaftliche Sensation der Woche und wohl sogar des Jahres: Denn auf dem bisher in Sachen Leben eher ignorierten Erd­nach­bar Venus wurde Monophosphan entdeckt, das wird als Hinweis auf Mikro­organismen gesehen. Die NASA will sich das genauer ansehen.

Mars, Mars, Mars

Die National Aeronautics and Space Administration, besser bekannt unter der Abkürzung NASA, kann nicht klagen, dass man zu wenig Arbeit hat. Denn die Vor­be­rei­tungen für den Aufbruch zum Mars verschlingen viel Zeit und Geld, selbst wenn ein großer Teil in Richtung privater Raumfahrtunternehmen wie SpaceX ausgelagert wird. Elon Musk ist bekanntlich ein großer Befürworter eines Fluges zum Roten Planeten und will diesen auch so schnell wie möglich besiedeln.

Kurzum: In den Plänen der Raumfahrtagenturen kennt man dieser Tage nur Mars, Mars und nochmal Mars. Zwar ist auch immer wieder vom Mond die Rede, der Erdtrabant gilt aber auch nur als Zwischenstation und Sprungbrett zum Mars.

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Außerirdischem Leben auf der Spur

Nun fordert NASA-Chef Jim Bridenstine, dass sich die Raumfahrt mehr auf die Venus kon­zen­t­riert. In einem Tweet schreibt der Administrator der US-Raumfahrtagentur: "Leben auf der Venus? Die Entdeckung von Monophosphan, einem Nebenprodukt der anaeroben Biologie, ist die bisher bedeutendste Entwicklung, die für das Leben außerhalb der Erde spricht. Vor etwa zehn Jahren entdeckte die NASA mikrobielles Leben in 120.000 Fuß Höhe (Anmerkung: rund 36,6 Kilometer) in der oberen Atmosphäre der Erde. Es ist an der Zeit, der Venus Priorität einzuräumen."

Die Venus ist natürlich kein vollständig un­er­forschter Planet: Die US-amerikanische, europäische und russische Raumfahrt hat schon mehrfach Sonden zum der Sonne zweit­nächs­ten Planeten unseres Sonnensystems geschickt, bisher war er aber auch deshalb nicht so interessant für die Forscher, weil auf der Venus Temperaturen von an die 500 Grad Celsius herrschen.

Was der Aufruf von Jim Bridenstine konkret zur Folge hat, muss sich erst zeigen. Denn man muss ihn vor allem als eines sehen: als Bitte um Geld. Und das sitzt in Zeiten von Corona nicht unbedingt lockerer.

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