Microsoft baut sich eigene Bodenstationen für Satelliten-Kontakte

Von Christian Kahle am 15.09.2020 09:15 Uhr
Microsoft wird in Kürze damit beginnen, eigene Bodenstationen für Ver­bindungen zu Satelliten aufzubauen. Mit diesen will man zukünftig auf direktem Weg Daten von Systemen aus dem Orbit empfangen und für Kunden auswerten können.

Der Redmonder Software-Konzern hat sich jetzt eine Betriebsgenehmigung für zwei Bodenstationen von der US-Telekommunikationsbehörde FCC eingeholt, berichtete der US-Sender CNBC. Diese gilt für sechs Monate und stellt eine Testphase dar, die Erfahrungen liefern soll, um anschließend weitaus umfassendere Aktivitäten in dem Bereich zu beginnen. Die Bodenstationen werden beide im US-Bundesstaat Washington in der Nähe des Konzernsitzes in Redmond stehen.

Die nun beginnende Testphase soll die Grundlagen für weiterführende Satelliten-Dienste legen. Hier geht es darum, Daten von diversen Raumfahrzeugen im Erdorbit auf direktem Weg in die Azure-Datenzentren zu schleusen. Dort können sie dann mit den passenden Anwendungen und der nötigen Rechenleistung ausgewertet und für weiterführende Aufgaben aufbereitet werden. Bisher müssen Nutzer die Daten, die sie von Satelliten-Betreibern bekommen, auf anderen Wegen in die Datenzentren befördern, was es wesentlich komplizierter macht.

Tests laufen mit Deimos-2

Für den Testbetrieb wird sich Micro­soft mit dem spa­nischen Satel­liten Deimos-2 ver­binden, der im Sommer 2014 ge­startet wurde und inzwi­schen vom kana­dischen Unter­nehmen UrtheCast betrie­ben wird. Dieser liefert aus einem sonnen­synchronen Orbit Bilder von der Erde. Von den neuen Boden­stationen Micro­softs aus gibt es jeweils nur einige Minuten Sicht­kontakt, in denen dann die Daten herunter­geladen werden müssen, bevor der Satellit wieder hinter dem Hori­zont verschwin­det. Das stellt eine gewisse Heraus­forderung dar.

Im Zuge der Ignite-Konferenz, die in einigen Tagen startet, wollen die Redmonder bereits erste Demonstrationen des neuen Services vorführen können. Immerhin werden auf dem Event verschiedene potenzielle Kunden zugegen sein. Wenn die Tests erfolgreich verlaufen und Interesse vorhanden ist, sollen internationale Betriebsgenehmigungen beantragt werden, so dass Microsoft viele Azure-Rechenzentren in aller Welt mit eigenen Bodenstationen ausstatten kann.

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