Microsoft ist raus: Der US-Teil TikToks geht an Trump-Supporter

Von Christian Kahle am 14.09.2020 08:36 Uhr
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Microsoft wird nun doch nicht zum Betreiber des Video-Netzwerkes Tik­Tok in den USA und einigen anderen Märkten. Die chinesische Be­trei­ber­firma ByteDance hat das Angebot aus Redmond abgelehnt und sich für einen anderen Partner entschieden.



TikTok: Nutzer weltweit und in Deutschland
Infografik TikTok: Nutzer weltweit und in Deutschland

In wenigen Tagen wird es ByteDance aufgrund eines Präsidentenerlasses untersagt sein, das Social Network in den USA weiter in der bis­he­ri­gen Form zu betreiben. In Washington störte man sich vor allem an der Tatsache, dass die Daten von Millionen US-Bürgern durch ein chi­ne­si­sches Un­ter­neh­men erhoben und aus­ge­wer­tet werden. Microsoft zeigte sich daraufhin bereit, den Betrieb der Plattform in den eng­lisch­spra­chi­gen Märkten zu übernehmen, das darauf ab­zie­len­de Übernahmeangebot wurde nun aber end­gül­tig abgewiesen, berichtet die New York Times unter Berufung auf Vertreter des Red­mon­der Konzerns und andere Quellen, die an den Ver­hand­lun­gen beteiligt waren.

Stattdessen soll nun der Software-Konzern Oracle in die Bresche springen. Dem Vernehmen nach werde der Datenbank-Hersteller die Rolle eines Technologie-Partners übernehmen. Was das genau heißt, ist derzeit aber noch ebenso unbekannt, wie die übrigen Bestandteile des Vertrages. Offizielle Aussagen zu dem Thema gibt es derzeit weder von ByteDance noch von Oracle.

Weiter weg von Social Media geht kaum

Über den Grund der Ent­schei­dung lässt sich ent­spre­chend nur spe­ku­lie­ren. Klar ist, dass Oracle eigent­lich kei­ner­lei Erfah­run­gen im Be­trieb eines So­cial Net­works hat. Das Kern­ge­schäft des Unter­neh­mens besteht im­mer­hin in der Ent­wicklung und dem Betrieb von Daten­bank-Infra­struk­turen und anderen Business-Anwen­dungen für große Un­ter­neh­men. Nie­mand käme wohl auf die Idee, den Konzern mit einem hippen Consumer-Produkt für vor­rangig junge User in Ver­bin­dung zu bringen.

Was deutlich stärker für Oracle spricht, sind hingegen die Beziehungen des Firmenchefs Larry Ellison zum US-Präsidenten. Dieser gehört schon länger zum Kreis der großen Unterstützer Donald Trumps. Insofern kann man bei ByteDance davon ausgehen, dass ein Deal mit Oracle zumindest dafür sorgen dürfte, dass man im Weißen Haus nicht mehr als Bedrohung für die nationale Sicherheit wahrgenommen wird.

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