Netflix-Chef: Homeoffice ist für kreative Firmen völlig untauglich

Von Christian Kahle am 08.09.2020 12:37 Uhr
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Der Chef des Streaming-Konzerns Netflix kann dem Hype um das Homeo­ffice nur wenig abgewinnen. Auch wenn bei dem Unternehmen der­zeit ebenfalls fast alle Mitarbeiter zu Hause bleiben, soll sich das wenn möglich bald wieder ändern.

Aktuell wirkt es manchmal, als hätte es nur eines Anstoßes bedurft, um ein Management nach dem anderen auf die Idee zu bringen, dass man die Mitarbeiter doch einfach generell von zu Hause aus arbeiten lassen könnte. Betriebswirtschaftlich wirkt das auf den ersten Blick auch als gute Idee, denn man spart im Zweifelsfall eine Menge teurer Bürofläche ein, wenn die Leute ihren Arbeitsplatz in die private Wohnung verlegen. Und die bisher vorliegenden Daten deuten auch darauf hin, dass die Produktivität darunter nicht leidet.

Reed Hastings scheint nun aber derjenige zu sein, der dem Trend nichts abgewinnen kann. "Ich kann dem nichts Positives abgewinnen", sagte er in einem Interview mit dem Wall Street Journal. Er sei sehr beeindruckt von den Opfern, die viele Menschen im Zuge der Pandemie gebracht haben. Allerdings seien die dabei gefundenen Lösungen aus seiner Sicht keine dauerhaften Optionen.

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Ein bisschen wird bleiben

Gut funktionieren kann die Verla­gerung ins Home­office wohl an den Stellen, wo Mit­arbeiter ohnehin nur Auf­gaben am Schreib­tisch wegar­beiten. Bestimmte wichtige Prozesse könnten hin­gegen nicht einfach ersetzt werden. Laut Hastings ist es beispiels­weise schwierig geworden, sich über Ideen auszu­tauschen. Das funktio­niert in der Regel bei direkten Treffen besser, weil in einer direkten Kommunikation schneller und konzen­trierter Ideen diskutiert und gemeinsam entwickelt werden können. Das gilt insbesondere für inter­nationale Prozesse, bei denen es auch darauf ankommt, kulturelle Stimmungen aufzunehmen.

Trotzdem ist sich Hastings sicher, dass Homeoffice auch nach der Corona-Pandemie ein größerer Teil der Arbeitswelt bleiben wird. Für Netflix rechnet er damit, dass es eher so aussehen wird, dass die Beschäftigten in der Woche vier Tage im Büro sind und an einem von Zuhause arbeiten. "Ich wette, dass die meisten Unternehmen da landen werden", sagte er.

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