Space Launch System: Enorm starker Feststoff-Booster getestet

Von Christian Kahle am 04.09.2020 14:33 Uhr
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Im US-Bundesstaat Utah ist gestern eine der gewaltigsten Antriebskräfte entfesselt worden, die der Menschheit aktuell zur Verfügung steht: Northrop Grumman erprobte einen der Feststoff-Booster für das kom­mende Space Launch System (SLS).

Das SLS soll die neue Oberklasse bei den Raketenstarts der US-Raumfahrbehörde NASA werden. Während das zentrale Antriebssystem dabei weiterhin auf Flüssigtreibstoffen beruht, wird der Start von zwei Feststoff-Raketen unterstützt. Booster dieser Art kennt man beispielsweise auch schon von den Space Shuttles. Der nun getestete Start-Helfer soll über 13.000 Kilo-Newton Kraft aufbringen, um die Nutzlast in den ersten zwei Minuten dazu zu bringen, den größten Teil der Erdanziehung hinter sich zu lassen.

In der ersten Phase des Flugs werden die beiden Feststoff-Booster des SLS so immerhin 75 Prozent der gesamten Schubkraft liefern. Sie bestehen jeweils aus fünf Segmenten, in denen ein brennbares Pulver auf Basis von Aluminium enthalten ist. Grob vergleichbar sind die Systeme so mit den Raketen aus dem Feuerwerks-Material, das an Silvester zum Einsatz kommt. Nur dass diese gerade einmal auf etwa 4 Newton Schubkraft kommt.

Test des Feststoff-Boosters des SLS
Feuer frei!

Verzögerung führte zu Änderungen

Das SLS der NASA hat nun schon ei­ne ziem­lich lange Ent­wicklung hinter sich, die sich mehr­fach ver­zöger­te. Das führ­te auch dazu, dass die nun er­folg­ten Tests noch ein­mal not­wendig wurden. Ent­wi­ckelt wurden die Booster ursprün­glich von dem Unter­nehmen ATK, das eine Aus­schrei­bung des US-Kon­gres­ses gewann. Die Firma wurde in der Zwi­schen­zeit aber von Northrop Grumman übernommen.

Darüber hinaus kam inzwischen auch hinzu, dass der ursprüngliche Zulieferer des Brennstoffs seine geschäftliche Ausrichtung änderte und nicht mehr in der Lage war zu liefern. Dadurch musste nun ein neuer Anbieter her. Diesen hat man inzwischen gefunden. Im Zuge dessen hat man sich auch gleich mit einer allgemeinen Überarbeitung und Verbesserung der Booster beschäftigt. All dies machte aber eine erneute Überprüfung der Technologie in einem Praxistest notwendig, der auch erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

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