Sinkendes Schiff: Neuer HTC-Chef nach weniger als einem Jahr raus

Von Roland Quandt am 03.09.2020 09:38 Uhr
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Der erst vor knapp einem Jahr ernannte neue HTC-Chef Yves Maitre hat den einstigen Smartphone-Pionier jetzt wieder verlassen. Angeblich räum­te er den CEO-Posten aus persönlichen Gründen. Jetzt wird das Unternehmen wieder von Mitgründerin Cher Wang geleitet.

Wie HTC heute mitteilte, hat Yves Maitre, der eigentlich die Aufgabe hatte, den vom Abschied in die Bedeutungslosigkeit bedrohten früheren Smartphone-Marktführer aus der Krise zu füh­ren, die Firma nach weniger als einem Jahr wieder verlassen. HTC nannte persönliche Um­stän­de als Grund für den Abschied von Maitre.

An seine Stelle ist jetzt wieder Firmengründerin Cher Wang getreten, die auch als Vor­sit­zen­de der Unternehmensleitung agiert und jetzt zumindest vorläufig auch wieder die Rolle des CEO übernimmt. Die Milliardärin hält HTC wohl schon seit einiger Zeit mit ihrem Geld am Leben, denn Gewinne erwirtschaftet HTC schon länger nicht mehr.

Yves Maitre
Der scheidende HTC-Chef Yves Maitre zu besseren Zeiten

HTC steht schon lange am Abgrund

Erst vor kurzem musste HTC im neunten Quartal in Folge Verluste melden, wobei diese weiter zunahmen. Eigentlich war es Maitres Aufgabe, wieder für schwarze Zahlen zu sorgen, schließ­lich hat der frühere Chef des international aktiven französischen Mobilfunkanbieters Orange durchaus Erfahrung mit dem Vertrieb von Smartphones und anderen mobilen End­ge­rä­ten.

Angeblich belastete die andauernde Trennung von seiner Familie im Zuge der Coronavirus-Pandemie den Manager jedoch zuletzt immer stärker, so dass er seinen Rücktritt einreichte. Ohnehin hatte Maitre, wohl teilweise auch be­dingt durch die Entwicklung des Marktes durch Covid-19, keine Erfolge bei der Um­set­zung seiner Hauptaufgaben zu ver­mel­den. Für Cher Wang sind die He­raus­for­de­run­gen jetzt wei­ter­hin groß.

Einerseits droht mit der baldigen Einführung neuer Produkte von Konkurrenten wie Facebook wachsender Druck auf die VR-Sparte von HTC. Andererseits muss es ihr gelingen, dass HTC mit dem Bau und Vertrieb von Smart­phones nicht weiter massive Verluste einfährt, sondern das Geschäft sich zumindest selbst trägt. Dazu müssen wohl vor allem die Kosten sinken, weshalb HTC im letzten Dezember und im Juni 2020 erneut Entlassungen verkündete.

Siehe auch: HTC bald Geschichte? Juli bringt Geschäftszahlen für Hartgesottene
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