Facebook: Anti-Tracking in iOS 14 soll für große Werbeverluste sorgen

Von Tobias Rduch am 27.08.2020 07:30 Uhr
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Mit dem neuen Apple-Betriebssystem iOS 14 haben Nutzer die Mög­lich­keit, die Weitergabe ihrer Daten stark einzuschränken. Das könnte sich vor allem auf das Werbegeschäft von Facebook auswirken. Der Social-Media-Konzern befürchtet Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent.

Update vom 28.8.20 21 Uhr: In einem Statement hat Facebook noch einmal betont, dass es aktuell schwierig sei, die Auswirkungen auf die Einnahmen von Publishern vor­aus­zu­sa­gen. Der Einnahmerückgang von 50 Prozent wurde in Tests festgestellt und beziehe sich nicht auf die Werbeeinnahmen von Facebook, sondern auf die Publisher im Audience-Network. In der Realität könnten die Auswirkungen von iOS 14 allerdings noch größer sein.

Schon auf der Entwicklerkonferenz WWDC hatte Apple angekündigt, dass Privatsphäre nach Ansicht des Unternehmens ein fundamentales Menschenrecht sei. Aus diesem Grund müssen die Nutzer von iOS 14 von jeder App gefragt werden, bevor ihnen personalisierte Werbung eingeblendet werden kann. Damit dürften den Werbetreibenden in den kommenden Jahren deutlich weniger Daten von Apple-Nutzern zur Verfügung stehen.

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Umsatz könnte um 50 Prozent sinken

Wie Facebook in einem Blog-Eintrag schreibt, befürchtet der Konzern, dass das Update auf iOS 14 dafür sorgen könnten, dass das Wer­be­ge­schäft des sogenannten Audience-Net­works zukünftig 50 Prozent weniger Umsatz erzielen könnte. Mit dem Audience-Network haben App-Entwickler die Möglichkeit, ihre Anwendungen mit Werbung auszustatten. Um die Werbung effizienter platzieren zu können, wird hierbei auf die von Facebook gesammelten Nutzerdaten zurückgegriffen. Auf den iPhones wird ein Nut­zer mit Hilfe einer von Apple bereitgestellten, eindeutigen IDFA identifiziert. Da die Nutzer der Verwendung der IDFA zu Werbezwecken bald aktiv zustimmen müssen, möchte Facebook auf diese Information vorerst verzichten.

Um App-Entwickler und Publisher zu unterstützen, arbeitet Facebook derzeit an kurz- und langfristigen Strategien, welche die Umsatzeinbußen durch das Update auf iOS 14 kom­pen­sie­ren könnten. Der Konzern plant, das eigene SDK zu überarbeiten und alternative Werbe-Optionen zu implementieren. Was damit genau gemeint ist, bleibt allerdings noch offen.
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