Bill Gates nennt TikTok-Kauf 'Giftkelch' und Trumps Verhalten 'bizarr'

Von Witold Pryjda am 10.08.2020 14:34 Uhr
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Der Redmonder Konzern verhandelt dieser Tage über eine Übernahme von Teilen des chinesischen Social Networks TikTok, der anvisierte Deal sorgt auch bei ehemaligen Top-Managern von Microsoft für Diskussionen. Co-Gründer Bill Gates ist aber skeptisch, dass das eine gute Idee ist.

Microsoft-Co-Gründer Bill Gates mischt sich seit seinem Abtritt als CEO und auch Aufsichts­rats­chef selten ins Tagesgeschäft "seines" Konzerns ein. Doch um das Thema TikTok kommt er nicht herum und wird in aktuellen Interviews immer wieder darauf angesprochen. Das liegt auch daran, dass er immer noch beratend für den Redmonder Konzern tätig ist.

Gegenüber Wired sagte Gates: "Wer weiß, was mit diesem Deal passieren wird. Aber ja, es ist ein Giftkelch. Im Social-Media-Geschäft groß zu sein, ist kein einfaches Spiel." Der 64-Jährige ist dabei nicht grundsätzlich TikTok oder Social Media abgeneigt, er ist vor allem hin­sichtlich der Rahmenbedingungen des potenziellen Geschäfts skeptisch, das ist wohl auch mit dem Giftkelch gemeint.

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Seltsam und doppelt seltsam

Denn das TikTok-Geschäft hat einen politischen Hintergrund, da US-Präsident Trump den Verkauf fordert, steuert und auch einen Anteil am Übernahmepreis kassieren will. Laut Gates ist das gesamte Verfahren "seltsam" und die Sache mit dem Anteil "doppelt seltsam".

Gates auf die Frage, ob er skeptisch ist, dass Microsoft in dieses (Social-Media-)Spiel ein­steigt: "Das klingt vielleicht eigennützig, aber ich denke, dass es wahrscheinlich eine gute Sache ist, wenn mehr Wettbewerb ins Spiel kommt. Aber Trump den einzigen Konkurrenten töten zu lassen, ist ziemlich bizarr."

Sein Nachfolger Steve Ballmer ist hingegen anderer Meinung: Er hat bereits vor einer Woche im Gespräch mit CBNC erklärt, dass er eine TikTok-Übernahme für eine gute Idee hält, da man im Consumer-Business immer wieder neue Dinge ausprobieren müsse. Hier muss man aber wohl auch anmerken, dass es ebenjener Ballmer war, der seinerzeit die Nokia-Übernahme für eine gute Idee hielt.

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