'Zen' für wenig Geld: AMD bringt neue Stromspar-CPUs in kleine Laptops

Von Roland Quandt am 05.08.2020 12:40 Uhr
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AMD hat seine Ryzen-Prozessoren mit großem Erfolg in Laptops und PCs eingeführt, doch eine Nische überlies man bisher Intel und seinen strom­sparenden SoCs der Pentium- und Celeron-Reihe - für kleine Notebooks. Doch dies ändert sich jetzt.

Netbooks waren mal das Größte - als kleine Notebooks noch extrem teuer waren und Intel und Microsoft versuchten, mit den kleinen günstigen PCs mehr Geräte an den Mann zu bringen. Wegen zu geringer Leistung der damaligen Atom-CPUs war der Spuk jedoch nach Jahren von hunderten Millionen verkaufter Geräte recht schnell wieder vorbei. Heute kommen Mini-Notebooks fast ausschließlich im Bildungsbereich zum Einsatz.

AMD bietet mehr Leistung für kleine (günstige) Laptops als Intel

In Kürze wird sich dies jedoch ändern, denn AMD bringt einige neue Low-End-SoCs auf den Markt, die auf der "Zen"-Architektur der großen "Ryzen"-CPUs basieren und mit einer maximalen Verlustleistung von nur sechs Watt in kleinen Notebooks zum Einsatz kommen sollen. Erste Benchmark-Resultate legen nahe, dass AMD auch in diesem Bereich einiges Potenzial hat, Intel das Leben schwer zu machen.

Konkret sind mit dem AMD Athlon Silver 3050e, dem AMD 3015e und dem AMD 3020e zunächst drei Zen-basierte Dualcore-SoCs im Anmarsch, die jeweils zwei Rechenkerne und zwei oder vier Threads bieten und mit einer integrierten Radeon Vega 3 Grafikeinheit ausgerüstet sind, die je nach Modell mit 600 oder 1000 Megahertz läuft.

Taktraten bis zu 2,8 Gigahertz

Der Basistakt der neuen Chips soll zumindest bei den günstigsten Modellen 3015e und 3020e jeweils bei 1,2 Gigahertz liegen. Sie sollen einzelne Kerne jedoch vorrübergehend auf bis zu 2,3 bzw. sogar 2,6 Gigahertz beschleunigen können, wenn mehr Leistung benötigt wird. Für den AMD Athlon Silver 3050e, dem der Hersteller immerhin den "Athlon"-Namen spendiert, wird eine Taktrate von 2,8 Gigahertz angegeben.

Anders als die "richtigen Ryzen"-Chips werden die neuen stromsparenden Varianten nicht im 7-, sondern im 14-Nanometer-Maßstab gebaut. Ein Blick in die Datenbank von Geekbench deutet an, dass sie in Sachen Single-Thread-Performance gegenüber den sonst in ultragünstigen Notebooks verbauten Intel Celeron N4xxx- und Pentium N5xxx-SoCs die Nase vorn haben dürften. Bei der Multi-Thread-Performance liegen die Konkurrenten ungefähr gleichauf, doch unter Windows kommt es oft vor allem darauf an, was ein einzelner Kern zu leisten im Stande ist.

Als erster AMD-Partner bringt Lenovo mit dem 100e und dem 300e zwei 11,6-Zoll-Notebooks bzw. Convertibles mit den neuen "Zen"-basierten Stromspar-CPUs auf den Markt. Diese Modelle sind jedoch dem Bildungsbereich vorbehalten, so dass abzuwarten bleibt, ob und wann Anbieter wie Acer und ASUS oder eben Lenovo selbst kleine Notebooks für Privatkunden auf den Markt bringen, die mit den neuen Prozessoren laufen. HP arbeitet unterdessen bereits daran, zumindest den Athlon Silver 3050e in seinen günstigen 14- und 15-Zoll-Notebooks für Einsteiger einzusetzen.
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