Schlechter Zeitpunkt? Microsoft erwägt TikTok-Kauf, Verbot steht bevor

Von Nadine Juliana Dressler am 01.08.2020 09:21 Uhr
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Jetzt überschlagen sich die Ereignisse rund um die in der letzten Zeit so kontrovers diskutierte Video-Plattform TikTok: Während die US-Re­gie­rung ein Verbot der App plant, soll Microsoft in Übernahme­verhandlungen stehen.

Noch sind beide Nachrichten über die Video-Plattform TikTok nicht spruchreif: Laut einem Be­richt der Tagesschau soll US-Präsident Donald Trump aber bereits angekündigt haben, eine ent­spre­chen­de Verordnung zum Verbot von TikTok in den USA zu unterzeichnen. Gleichzeitig be­rich­tet die New York Times, dass der Technologieriese Microsoft den Kauf des Social-Net­works er­wä­ge. Es sei aber derzeit unklar, wie weit die Verhandlungen bereits seien.

TikTok App
Ausschnitt aus der TikTok-Werbung

Sobald Trump das Verbot tatsächlich unterzeichnet, wäre TikTok sicherlich nicht "un­in­te­res­san­ter" für eine Übernahme durch den US-Konzern. Denn mit der Kon­troll­über­nah­me durch ein US-Unternehmen dürften sich die Bedenken von Trump und seines Führungs­sta­bes in Wohlgefallen auflösen - man will TikTok schließlich nur einen Riegel vorschieben, da das Un­ter­neh­men im Besitz eines chinesischen Startups ist und man im Weißen Haus Spio­na­ge­ab­sich­ten durch Ausspähung der Nutzer vermutet. Ende 2019 wurden die Vorwürfe öffentlich.

Was ist dran am Übernahme-Gerücht?

Die Informationen zu den Verhandlungen zwi­schen den beiden Konzernen stammen laut der New York Times von Personen, die direkt mit den Übernahmegesprächen vertraut sind. Ein­zel­hei­ten wollten oder konnten diese Quellen aber nicht mitteilen. Ein Faktencheck ist so gut wie un­mög­lich bei solchen "geheimen" Ver­hand­lun­gen. TikTok hat derzeit geschätzt eine Mil­li­ar­de Nutzer weltweit. Durch den Ge­gen­wind, dem das Unternehmen in letzter Zeit massiv ausgesetzt war, ist eine Übernahme nicht unwahrscheinlich geworden.

Für TikTok könnte sich das Kaufinteresse von Microsoft als rettender Anker erweisen - denn ansonsten hat das Netzwerk in einigen Märkten, die vor allem für die Werbeeinnahmen wichtig sind, keine Chance mehr.

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