Intel schießt TSMC in eine Liga mit Apple, Google, Amazon & Co

Von Roland Quandt am 28.07.2020 12:50 Uhr
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Intel verschafft TSMC einen vorerst andauernden Höhenflug. Der Chip­fertiger ist dank Intels Problemen innerhalb von zwei Tagen durch einen extremen Anstieg des Börsenwerts zu einem der zehn wertvollsten Unternehmen der Welt aufgestiegen.

Wie der US-Wirtschaftsdienst Bloomberg meldet, ließ Intels Ankündigung, dass man mit der Einführung der ersten eigenen Prozessoren mit nur noch sieben Nanometern Struktur­breite erst gegen Ende 2023 beginnen wird, den Aktienkurs des Konkurrenten und Chip-Vertragsfertigers TSMC gestern weiter steigen.

Zwischenzeitlich hat der Börsenwert der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) die Marke von 400 Milliarden Dollar überstiegen und das Unternehmen damit zu einer der weltweit wertvollsten Firmen gemacht. Konkret betrug der Börsenwert vorrübergehend umgerechnet rund 410 Milliaden Dollar.

Zumindest kurz war TSMC das zehntwertvollste Unternehmen der Welt

Mit dem Aufstieg in die Top 10 der weltweit wertvollsten Firmen konnte TSMC zumindest vorübergehend in einer Liga mit Firmen wie Apple, Amazon, Alphabet und Microsoft spielen. Inzwischen hat der Kurs im nachbörslichen Handel in Taipeh wieder etwas nachgelassen, so dass der Konzern wieder ein gutes Stück an Wert verloren hat.

Insgesamt legte der Aktienkurs von TSMC gestern innerhalb eines Tages um fast 13 Prozent zu. Die taiwanische Börse erreichte deshalb dank TSMC gestern ihren höchsten Stand seit drei Jahrzehnten und sorgte für den höchsten Stand des Taiwan-Dollar seit April 2018. Auch Samsung Electronics, wo man ebenfalls als Chipfertiger für Drittfirmen arbeitet, legte in Korea ebenfalls kräftig zu, denn der Aktienkurs stieg um 5,8 Prozent.

Sogar der kleinere und technologisch zumindest für moderne Prozessoren nicht relevante chi­ne­si­sche Konkurrent SMIC legte an der Börse in Hong Kong um ganze 6,6 Prozent zu. Hinter­grund des Höhenflugs der Aktien der Chip­fer­ti­ger ist Intels Eingeständnis, dass die Probleme bei der Entwicklung von 7nm-Chips zu Ver­zö­ge­run­gen führen. Gleichzeitig kündigte Intel an, dass man die dadurch entstehende Lücke mit Hilfe von externen Fertigern füllen will.

Genau diese Dienstleistungen bieten TSMC, Samsung und SMIC an - sie produzieren die Chips anderer Firmen in deren Auftrag. Da nur wenige Unternehmen derart fortgeschrittene Fertigungstechnologien bieten, muss Intel auf die Konkurrenten als Partner ausweichen, wobei TSMC der aussichtsreichste Kandidat sein dürfte. Angeblich hat Intel sogar schon Bestellungen für 180.000 Wafer für 6-Nanometer-Chips für das kommende Jahr bei TSMC abgegeben.
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