Samsung soll an Exynos-SoC für Windows-PCs arbeiten

Von Johannes Schaller am 23.07.2020 19:30 Uhr
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Samsung will es offenbar Apple nachmachen und einen eigenen ARM-ba­sierten Prozessor für den Personal Computer-Markt entwickeln. Der erste entsprechende Chip soll einem aktuellen Bericht zufolge eine Varia­tion des System on a Chip (SoC) Exynos 1000 sein.

Nach Apples Ankündigung, schon bald in Macs die eigenen auf die ARM-Architektur set­zen­den Prozessoren zu verbauen, könnte mit Samsung der nächste Technologieriese einen ganz ähnlichen Schritt planen. Laut Insiderinformationen möchten die Südkoreaner einen Exynos-Chip speziell für den PC-Markt herausbringen. Der einstige Branchenprimus Intel, aber auch x86-Spezialist AMD würde damit noch mehr unter Druck geraten.

PC-Prozessor auf Basis des Exynos 1000

Samsung arbeitet aktuellen Gerüchten nach an einem neuen SoC mit der Bezeichnung Exy­nos 1000. Dieser soll im fortschrittlichen 5-Nanometer-(nm)-Verfahren gefertigt werden und unter anderem sehr leistungsfähige CPU-Kerne vom Typ ARM Cortex-X1 integrieren. Zu­nächst einmal liegt natürlich die Vermutung nahe, dass dieser Chip den Nachfolger des Galaxy S20 antreiben wird, doch dem Leaker @MauriQHD nach hat Samsung dafür noch weitere Pläne: Der Exynos 1000 soll die Basis für die ersten vollwertigen Samsung-Pro­zes­so­ren für PC darstellen.

Der genaue Stand der Entwicklung dieser neu­en Chips bei Samsung ist derzeit unklar. Die Quelle deutet lediglich erste Tests an. Sofern die An­ga­ben überhaupt stimmen, könnte es also noch eine Weile dauern bis es eine ent­sprech­en­de An­kün­di­gung der Südkoreaner gibt. Nichts­des­to­trotz ist allein die Aussicht auf einen Einstieg Samsungs in den Markt für PC-Pro­zes­so­ren sehr spannend. Der Elektronikriese könnte enor­me Ressourcen in die Entwicklung der­ar­ti­ger Chips stecken und - vorausgesetzt die Leistung pro Watt stimmt - damit Microsofts Windows on ARM-Plattform einen kräftigen Schub verpassen. Erste ARM-basierte Windows 10-Geräte sind aktuell mit dem Qualcomm Snapdragon 8cx ausgestattet und zwingen die Nutzer damit zu vielen Kompromissen, die die Abkehr von einem Intel- oder AMD-Rechner in den allerwenigsten Fällen rechtfertigen.

Intel will sich gegen Konkurrenten behaupten

Intel seinerseits hat als Antwort auf die energieeffizienten ARM-Chips von Qualcomm und Apple die CPUs der Lakefield-Familie entwickelt, die erstmals in der Historie der Chip­schmie­de auf ein Hybrid-Design setzen, das leistungsstarke sowie stromsparende Kerne mit­ein­an­der kombiniert. Berichten nach wird diese Form des CPU-Designs auch bei Intels x86-Projekten in Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Ob das jedoch ausreicht, den langfristig drohenden Macht­wech­sel von x86- hin zu ARM-basierten Chips auf dem Computermarkt abzuwenden, bleibt abzuwarten.

Einen ersten Richtwert für die Zukunft des Windows-PCs könnten ironischer­weise die ersten Mac-Modelle liefern, die mit Apples eigenen Prozessoren ausgestattet sind. Diese sollen gegen Ende dieses Jahres auf den Markt kommen. Aktuell können Entwickler einen Mac mini ordern, der mit dem iPad-Prozessor A12Z ausgestattet ist.

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