Xbox Series X vs. PS5: Entwickler entfacht Streit mit 120-FPS-Option

Von Stefan Trunzik am 22.07.2020 08:15 Uhr
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Im Konkurrenzkampf zwischen der Xbox Series X und der PlayStation 5 scheint Microsoft mit seinem Fokus auf 120-FPS-Spiele als Sieger her­vor­zu­ge­hen. Das zumindest teilt ein Entwickler mit, dem Sony mit der PS5-Konsole scheinbar viele Steine in den Weg gelegt hat.

Neben den Lobeshymnen großer Studios und Publisher macht der Indie-Entwickler Dynamic Voltage Games seinem Ärger auf Twitter (via Screen Rant) Luft, nachdem die An­kün­di­gung des Unterwasser-Sidescrollers "Orphan of the Machine" eine Diskussion zwischen den Fanlagern entfacht hat. Der Multiplattform-Titel soll sowohl für die PlayStation 5 als auch für die Xbox Series X er­schei­nen. Der Entwickler gab jedoch an, dass eine hohe Bild­wie­der­hol­ra­te von 120 FPS nur für Microsofts Next-Gen-Konsole zur Verfügung stehen wird. Auf einen Kompromiss, auch die PS5-Version des Spiels mit einer 120-FPS-Option auszustatten, dafür aber die Auflösung zu reduzieren, ging das Indie-Studio nicht ein.

Im Gegensatz zu AAA-Entwicklern zeigt sich Dynamic Voltage Games in den sozialen Medien offenherzig und geht mit der Gaming-Community in einen Diskurs: "Ob du es glaubst oder nicht, ich habe die PS5 nicht entworfen. Dein Streit ist mit Sony. Es ist möglich, wenn ich die Auflösung verringere. Es ist etwas, das ich vielleicht in Betracht ziehe, aber Microsoft scheint sich viel mehr um 120 FPS zu kümmern als Sony, weshalb ich diese Funktion für die Series X vorgesehen habe." Und damit wird der Indie-Entwickler nicht allein dastehen.

Xbox Series X: Diese Spiele werden für die neue Konsole optimiert
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Von vielen Spielern wird eine aufklärende Kommunikation verlangt

Microsoft und Sony bewerben die Xbox Series X und PlayStation 5 (PS5) gleichzeitig mit ho­her 4K-Auflösung, HDR, Raytracing und Bildraten von bis zu 120 FPS. Dass die Kom­bi­na­tion dieser Technologien vor allem bei grafisch anspruchsvollen Spielen kaum möglich ist, wird von den beiden Unternehmen jedoch selten kommuniziert. Trotz leistungsstarker AMD-Hard­ware und schnellen SSDs zeigt bereits der PC-Bereich, dass sich auch die Konsolen-Spie­ler auf eine Wahl einlassen müssen: Hohe Auflösungen und Grafikqualität oder eine Bild­ra­te über 60 FPS. Selbst bei letzterem Wert bezweifeln Experten derzeit, dass alle Ent­wick­ler diesen auch wirklich einhalten können.

Erst zuletzt kamen die Gerüchte auf, nach denen Ubisofts Action-Abenteuer As­sas­sin's Creed Valhalla die Next-Gen-Konsolen zwar mit einer 4K-Auflösung beliefert, dann aber lediglich 30 Bilder pro Sekunde bietet. Das Erreichen oder möglicherweise sogar Überschreiten der 60-FPS-Marke wäre angeblich nur möglich, wenn man die Auflösung auf ein 1080p-Format dros­seln würde. Da dies aus Marketingsicht jedoch nicht nach "Technologien der nächsten Ge­ne­ra­tion" klingen würde, schweigt man sich zur Kombination aus Auflösung, Grafikqualität und Bildrate weiterhin aus. Diskussionen, wie die zwischen den Dynamic Voltage Games und den Xbox- sowie PlayStation-Fanlagern, tendieren somit schnell zur Eskalation.

Am Ende bleibt jedoch abzuwarten, wie mögliche Angaben zu UltraHD, Raytracing, HDR, 120 Hz und Co. Otto Normalverbraucher bei der Kaufentscheidung beeinflusst. Am Ende dürfte die Auswahl an Spielen, die Konsolenwahl im Freundeskreis und vorher genutzte Konsolen bezüglich der Abwärtskompatibilität ein deutlich wichtigerer Faktor sein.

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