Kostenfalle ade: 1&1 ändert Berechnung von Konferenzdiensten

Von Nadine Juliana Dressler am 18.07.2020 10:07 Uhr
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Der Anbieter 1&1 lenkt im Streit um die Berechnung von Einwahlen zu Konferenztools über Festnetznummern ein und wird diese in Zukunft nicht mehr gesondert berechnen. Verbraucherschützer hatten zuvor vor der Kostenfalle gewarnt.

Ganz egal, ob Kunden eine Festnetzflat mitgebucht hatten oder nicht: 1&1 stellte bisher An­ru­fe zu sogenannten Konferenztools mit auf die Rechnung. Für viele Kunden, die sich durch die Co­ro­na­kri­se im Home-Office in den letzten Wochen befanden, war das eine echte Über­ra­schung, denn bei den Rufnummern handelt es sich um Festnetzanschlüsse, von denen wohl niemand eine gesonderte Berechnung erwartet hatte. Entsprechend liefen seit April etliche Be­schwer­den bei der Verbraucherschutzzentrale ein. Die Verbraucherschützer regierten ent­spre­chend und warnten vor der Kostenfalle und suchten zudem das Gespräch mit Be­trof­fe­nen und 1&1.

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Berechnung beendet

Jetzt gibt es eine Änderung in dem Streit um die Kosten: 1&1 hat in der zurückliegenden Wo­che die zusätzliche Berechnung eingestellt. Das berichtet nun Caschy auf seiner Web­site. Auf der 1&1-Homepage war dazu kein Statement zu finden, doch wie ein Twitter-Nutzer entdeckt hatte, sind alle Informationen, die die Berechnung der Konferenz-Einwahlen zuvor fest­ge­legt hatten, verschwunden.

"In den vergangenen Monaten wurden vor allem Konferenzdienste durch Homeoffice vermehrt ge­nutzt. Diesem veränderten Nu­tzungs­ver­hal­ten unserer Kunden tragen wir Rechnung, da­mit Ihnen in Zukunft keine Zusatzkosten ent­ste­hen", stellte nun ein 1&1-Mitarbeiter bei Twitter klar. Das ist eine positive Wende, auch wenn das nun mehrere Monate gedauert hat, bis diese Einsicht kam. Laut Verbraucherschutz war 1&1 mit der Berechnung einen Sonderweg gegangen, der von anderen Anbietern so nicht bekannt ist.

Einige Nutzer sollten dreistellige Summen für die Einwahl bei Konferenzdiensten zahlen. Was nun aus diesen Forderungen wird, ist bisher noch nicht bekannt.

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