Xbox Series X: Microsoft sieht das Speichersystem auf PS5-Niveau

Von Johannes Schaller am 15.07.2020 14:30 Uhr
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Microsoft stellt die "Velocity Architecture" der Xbox Series X im Detail vor. Das hochoptimierte Subsystem der kommenden Videospielkonsole zur schnellen Verarbeitung von Daten soll Gaming-Erlebnisse der nächsten Generation überhaupt erst möglich machen.

Das "Herz" und die "Seele" der Xbox Series X

Für die Xbox Series X hat Microsoft gleich mehrere brandneue Hardware-Komponenten ent­wi­ckelt. Das Herzstück der Konsole stellt bekanntlich der in Kooperation mit AMD kreierte Hauptprozessor dar, der die neuesten GPU-(RDNA 2)- und CPU-(Zen 2)-Architekturen des Chipherstellers in einem Paket kombiniert. Mit seinen acht Rechenkernen, die eine mehr als vierfache CPU-Verarbeitungsleistung im Vergleich zur aktuellen Xbox One X bieten, sowie einer Grafikeinheit, die mit einer Leistungsangabe von hohen 12 Teraflops spezifiziert wird, liefert der Prozessor zumindest auf dem Papier eine beindruckende Vorstellung ab. Um Spiele der nächsten Generation zu ermöglichen, bedarf es jedoch mehr als diese Rechenpower.

Wie Microsoft in einem Blogbeitrag erläutert, "erfordern moderne Spiele eine beträchtliche Datenmenge, um die immer detaillierteren Welten zu schaffen, in die Spieler mit all ihren Sinnen eintauchen". Ein schneller Prozessor allein reicht da nicht aus, um Flaschenhälse bei der Datenübertragung zwischen dem Arbeitsspeicher der Konsole und der Festplatte, auf der das Spiels installiert wurde, zu vermeiden. Genau an diesem Punkt setzt nun der Grund­ge­dan­ke hinter der Velocity Architecture an, die das Xbox-Team auch als die Seele der Xbox Series X bezeichnet. Sie soll mitunter für optimale Resultate beim Transfer von Spieledaten zwischen unterschiedlichen Speicherlösungen sorgen.

Microsoft stellt die 'Velocity Architecture' der Xbox Series X vor
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Die Komponenten der Velocity Architecture

Gemäß den offiziellen Angaben setzt sich das Speichersubsystem der Xbox Series X aus vier Bausteinen zusammen:
  1. Speziell optimierte NVMe SSD: Die Xbox Series X verfügt über eine 1 Terabyte fassende NVMe SSD-Festplatte, die einen rohen Datendurchsatz von 2,4 GB/s liefert, was mehr als dem 40-fachen des Durchsatzes der Xbox One entspricht. Im Gegensatz zu herkömmliche SSDs in vielen PCs soll diese ihre Leistung auch unter hoher Last auf konstant hohem Niveau halten können.
  2. Hardware-beschleunigte Dekompression: Sämtliche Daten eines Spiels werden komprimiert, um sowohl Downloadzeiten als auch den Speicherbedarf zu minimieren. Bei einem Komprimierungsverhältnisses von 2:1 kann die Xbox Series X eine effektive Datentransferrate von 4,8 GB/s liefern.
  3. Neue DirectStorage API: Dank dieser brandneuen für die DirectX-Familie entwickelten Programmierschnittstelle soll die volle Performance der Hardware von Entwicklern ausgeschöpft werden können. Ladezeiten werden dadurch auf eine Minimum reduziert.
  4. Sampler Feedback Streaming (SFS): Hierbei handelt es sich um neu entwickelte Funktionen für den Grafikprozessor der Xbox Series X. Sie erlauben das Laden von Teilbereichen eines Textur-Pakets in den Arbeitsspeicher genau dann, wenn die GPU sie benötigt. Somit sollen der Datendurchsatz und die RAM-Auslastung im Vergleich zur reinen Hardware-Leistung im Durchschnitt 2,5-mal effektiver sein.
Die vier Elemente im Zusammenspiel werden der Konsole laut Microsoft eine massive Performance auch im Bereich des Datendurchsatzes bescheren. Beispielsweise werde dadurch sofortiger Zugriff auf mehr als 100 Gigabyte Daten auf der SSD genau dann geboten, wenn das laufende Spiel sie benötigt. Langwieriges hin- und herkopieren von Datenblöcken zwischen Speichereinheiten entfällt.

Neue Gaming-Erfahrungen dank Xbox Series X und PlayStation 5

Die Ausführungen Microsofts versuchen noch einmal das an die Spieler zu übermitteln, was Sony bereits bei der Vorstellung der Hardware-Details seiner PlayStation 5 (PS5) klarmachen wollte. Nicht nur reine GPU- und CPU-Power wird die nächste Konsolengeneration definieren, sondern insbesondere die in beiden kommenden Maschinen verbauten Speicherlösungen.

Wer von den beiden Konkurrenten diesbezüglich die besseren Entscheidungen bei der Ent­wick­lungs­phase getroffen hat, werden künftige Spielevergleiche zeigen müssen. Eines steht aber fest, sowohl Microsoft als auch Sony erwarten dadurch die Entstehung ganz neuer 3D-Render-Techniken sowie die virtuelle Eliminierung von Ladezeiten. Einen Vor­ge­schmack auf das, wie dies in kommenden Microsoft-Spieletiteln konkret aussehen wird, könnte der am 23. Juli anstehende Xbox Games Showcase liefern.

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