Alder Lake-S: Intel ab 2021 mit big.Little-Design gegen Ryzen

Von Johannes Schaller am 14.07.2020 18:12 Uhr
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Intel arbeitet offenbar an einer brandneuen Chiparchitektur namens Alder Lake für Desktop-Prozessoren, bei der mehrere leistungsstarke CPU-Kerne mit energieeffizienten kombiniert werden. Das Grundprinzip dahinter erinnert an das Chipdesign aktueller ARM-Prozessoren.

Intel bereitet Gegenschlag auf AMD vor

Intel ist in den letzten Jahren zusehends durch AMDs Ryzen-CPUs beziehungsweise deren Zen-Architektur unter Druck geraten. Inzwischen hat der langjährige Underdog dem einstigen Branchenprimus gar die Krone im Bereich Energieeffizienz entrissen und trumpft in Sachen Preis-Leistungsverhältnis und technischen Funktionen (beispielsweise Unterstützung für mehr Kerne sowie PCI Express 4.0) gehörig auf. All dem hatte Intel bislang nur die immer wieder gleiche CPU-Architektur in mehr oder minder verbesserter Fassung entgegenzusetzen. Ein neuer Leak deckt nun auf, dass sich diesbezüglich 2021 oder spätestens 2022 einiges ändern dürfte.

Einem Bericht von PTT zufolge entwickelt Intel unter dem Codenamen Alder Lake-S neue Desktop-Prozessoren, die mit acht Performance- und acht Low-Power-Kernen aufwarten. Es handelt sich dabei also um eine Hybrid-Architektur ähnlich der, wie sie etwa Qualcomm bei aktuellen Smartphone-Chips einsetzt. Unklar ist allerdings, welchen Nutzen Intel überhaupt für dieses von ARM "big.Little" genannte Design im Desktop-PC-Segment sieht. Nahe liegt freilich, dass dadurch, genau wie in Mobilgeräten, der Stromverbrauch des Prozessors gesenkt werden kann. Wie aber wird es mit der Leistung eines solchen 16-Kerners aussehen, die für viele Desktop-Nutzer noch viel entscheidender ist?

Intels erster Hybrid-Ansatz überzeugt (noch) nicht

Die ersten Ergebnisse von Intels Experimenten mit einer Hybrid-Architektur lassen sich im Hier und Jetzt bereits nachvollziehen. Am 10. Juni stellte das Unternehmen Prozessoren der sogenannten Lakefield-Familie vor. Die beiden nun verfügbaren Chips zielen auf den Tablet- beziehungsweise 2-in-1-Markt ab und warten dazu mit einem leistungsstarken CPU-Kern sowie vier effizienten Rechenkernen auf. Intel verspricht eine gesteigerte Energieeffizienz bei konkurrenzfähiger Performance im Vergleich zu Amber Lake-Y-Prozessoren. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben offenbarte jedoch Gegenteiliges.

Intel hat bis zur Markteinführung von Alder Lake-S-Prozessoren noch genügend Zeit, um an der eigenen Interpretation eines Hybrid-Designs zu feilen. Nichtsdestotrotz scheinen schon jetzt ein paar Einschränkungen bekannt zu sein. So berichtet Zhihu, dass bei Nutzung aller 16 Kerne der neuartigen CPUs Features wie AVX-512, TSX-NI oder FP16 deaktiviert werden. Nur die acht Performance-Kerne für sich allein sollen derartige Berechnungen durchführen können.

Der Gerüchteküche nach wird Intel die Alder Lake-S-Familie außerdem zusammen mit dem neuen CPU-Sockel LGA 1700 auf den Markt bringen. Passende Mainboards sollen endlich PCI Express 4.0 unterstützen und außerdem mit schnellerem DDR5-Arbeitsspeicher laufen.
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