Historischer Wachwechsel: Nvidia ist jetzt sogar wertvoller als Intel

Von Christian Kahle am 09.07.2020 08:33 Uhr
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Der Grafikchip-Hersteller Nvidia hat in den vergangenen Jahren einen enormen Schub bekommen. Das geht sogar nun soweit, dass die Nvidia Corporation als Unternehmen an der Börse jetzt höher bewertet wird als der Halbleiter-Gigant Intel.

Am gestrigen Tag kletterte der Aktienkurs Nvidias um weitere 2,3 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 404 Dollar pro Wertpapier. Damit stieg die Marktkapitalisierung auf einen Wert von 248 Milliarden Dollar an - und erstmals in der Firmengeschichte konnte man damit an Intel vorbeiziehen. Der führende CPU-Hersteller lag bei Börsenschluss bei 246 Milliarden Dollar. Dabei hatte Intel in der letzten Zeit keinen nennenswerten Rückgang verzeichnet.

Es ist allein der neuen Bedeutung Nvidias in der Tech-Branche zuzumessen, dass die Ent­wick­lung in diese Richtung verlief. Bis vor vier Jahren dümpelte der Aktienwert des Un­ter­neh­men bei einigen Milliarden Dollar herum. Dann aber setzte plötzlich ein Schub ein und es ging deutlich nach oben. Über längere Zeit gehörte Nvidia so nun zu den Titeln an der Wall Street, die stets in Bewegung waren.

Börsenwerte: Intel und Nvidia im Vergleich
Intel und Nvidia im Vergleich (Grafik: Reuters)

Bedeutung ist stark gewachsen

Die enorme Wertsteigerung begann im Grunde, als immer mehr Anwendungen aufkamen, die sich auf Grafikchips besonders effektiv be­rech­nen ließen. Waren es lange vor allem die Gamer, die das Geschäft des Konzerns stützten und einige Grafik- und Video-Profis mitzogen, gab es plötzlich einen schnell wachsenden Bedarf aus anderen Richtungen. Kurzzeitig sorgte das Mining von Kryptowährungen für einen Schub, den größten Anteil haben allerdings die KI-Systeme, die für das Training der Algorithmen riesige Datenmengen analysieren müssen und dies am effektivsten auf GPUs schaffen.

Intel hingegen erlebte zwar keinen Wertverlust, kann seit Jahren aber nur noch bedingt an den eigentlichen Trends der Branche teilhaben. So ging der Smartphone- und Tablet-Boom nahezu komplett an dem Unternehmen vorbei. Meist profitierte man nur indirekt, da ins­be­son­dere der Mobile-Sektor und auch viele andere Bereiche stark von Cloud-In­fra­struk­tu­ren abhängig sind und diese zum überwiegenden Teil auf Intel-Chips basieren - zumindest noch.

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