Microsoft legt Corona-Phishing mit Domain-Beschlagnahmung still

Von Christian Kahle am 08.07.2020 14:52 Uhr
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Die Sicherheits-Teams bei Microsoft haben damit begonnen, gegen Kriminelle vorzugehen, die die Situation rund um die Corona-Krise ausnutzen wollen, um Opfer zu finden. Unter anderem wurden im Rahmen von Zivilverfahren verschiedene Domains beschlagnahmt.

Über Monate hinweg waren Mitglieder der Digital Crimes Unit (DCU) den Betrügern auf der Spur, die mit ausgeklügelten Phishing-Kampagnen versuchen, an die Zugangsdaten von Microsoft-Accounts zu kommen. Im Visier stehen dabei vor allem E-Mail-Konten, Kalender, Kontaktlisten und Dokumenten-Speicher von geschäftlichen Nutzern. Denn hier lassen sich in der Regel besonders gute Informationen für weitergehende kriminelle Aktivitäten abgreifen.

Angeködert wurden die potenziellen Opfer mit Nachrichten, die scheinbar vom Arbeitgeber oder einer anderen vertrauenswürdigen Quelle stammten. Teilweise richteten sich die Mitteilungen auch sehr gezielt an Anwender in Positionen, in denen sie wichtige Geschäftsentscheidungen treffen oder Finanztransfers auslösen können, teilte Microsoft mit.

Komplexe Verfolgung

Die Gruppe hinter den Phishing-Kampagnen begnügte sich anfangs noch damit, alltägliche Geschäftsvorgänge nachzuahmen. Später nutzte man dann verstärkt den Hintergrund der Corona-Pandemie, um sich Zugang zum Interesse der jeweiligen Nutzer zu verschaffen. Unter anderem verpackte man Malware zum Ausspionieren von Zugangskennungen in manipulierten Dokumenten, in denen es vermeintlich um Covid-19-Bonuszahlungen ging.

Die Mitteilungen waren dabei jeweils so gestaltet, dass es den Anschein erweckte, sie seien von den üblicherweise im Business-Umfeld genutzten Microsoft-Services übermittelt worden. Ähnliche Versuche erfolgten in Verbindung mit klassischen Phishing-Formularen, die Passwörter abgreifen sollen. In Zusammenarbeit mit den Anwälten der Redmonder Rechtsabteilung schaffte es die DCU, die Domains, an die die Kampagnen ihre abgegriffenen Daten schickten, zu beschlagnahmen und stillzulegen. Wer genau hinter den Aktivitäten steckt, ist allerdings noch unklar. Hier werden die staatlichen Ermittlungsbehörden weitergehend untersuchen müssen.

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