Tesla will Mini-Fabriken für mRNA-Impfstoffe von CureVac bauen

Von Christian Kahle am 06.07.2020 15:16 Uhr
Der Elektroauto-Hersteller Tesla arbeitet in einem Nebenprojekt mit dem deutschen Biotechnologie-Unternehmen CureVac zusammen. Gemeinsam will man mobile Produktionsanlagen für Viren-Impfstoffe herstellen.

Eine offizielle Verlautbarung beider Firmen zu dem Thema gibt es zwar bisher nicht, allerdings erklärte Tesla-Gründer Elon Musk über seinen Twitter-Kanal, dass man "RNA-Mikrofabriken" baue, die mit CureVac und eventuell auch anderen Partnern zum Einsatz gebracht werden könnten. Die Corona-Pandemie dürfte dafür natürlich ein Auslöser sein, aber die Technologie an sich beschränkt sich nicht auf diesen Erreger.

CureVac arbeitet schon länger an Impfstoffen auf Grundlage von mRNA. Dabei handelt es sich in der Natur eigentlich um die direkte Abschrift von DNA-Sequenzen, die dann für die Produktion von Proteinen eingesetzt wird. Viren bringen ihre eigene RNA mit, die von Zellen fälschlicherweise als Produktions-Schablone erkannt wird. Die Folge ist dann die Herstellung von neuen Viren-Bausteinen durch die infizierte Zelle.

Dezentrale Produktion

Die Impfstoffe sollen im Grunde ähnlich funktionieren, wie Wirkstoffe auf Basis nicht mehr funktionsfähiger Erreger. Die RNA-Sequenzen werden hier aber komplett künstlich hergestellt und sollen dann ebenfalls zu einer Immunreaktion führen. So könnten Impfstoffe für die Immunisierung hergestellt werden, für die man nicht die Erreger selbst in größeren Mengen herstellen und dann unschädlich machen muss. CuraVac bezeichnet das eigene Konzept quasi als Herstellung von mRNA-Druckern, in denen die gewünschten Molekülketten in größeren Mengen und fortlaufend zusammengebaut werden können.

Die Geräte an sich will nun Tesla auf Grundlage der Entwicklungsergebnisse bei dem BioTech-Unternehmen herstellen. Es soll sich um vergleichsweise kleine Einheiten handeln. Der Vorteil würde hier darin bestehen, dass die Systeme weltweit verbreitet werden könnten. Bricht irgendwo eine Epidemie aus, wäre die Pharma-Logistik zweitrangig. Stattdessen ließen sich einmal erforschte Wirkungs-RNA quasi als Programm in die Einheit laden, die dann direkt mit der lokalen Herstellung des benötigten Impfstoffes anfangen könnte.

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