Sexuelle Belästigung: Ubisoft stellt gleich mehrere Mitarbeiter frei

Von Witold Pryjda am 29.06.2020 16:27 Uhr
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Das Verhältnis der Spieleindustrie zu sexueller Belästigung war lange Zeit ein eher zwiespältiges, denn auch die Zielgruppe reagiert allergisch auf Themen wie Gamergate. Doch nun bekommt das auch die Gaming-Branche zu spüren, allen voran Ubisoft.

Der französische Publisher ist seit kurzem der Mittelpunkt eines Skandals um se­xu­elle Be­läs­ti­gung und anderes Fehlverhalten im Zusammenhang mit Frauen. Wie das Wirt­schafts­por­tal Bloomberg berichtet, wurden gleich mehrere Angestellte von Ubisoft fürs erste freigestellt. Darunter sind auch zwei hochrangige Mitarbeiter, nämlich Tommy François und Maxime Béland, beide tragen den Titel Vice President und sind in einer Abteilung tätig, die die welt­wei­te Entwicklung von Spielen beaufsichtigt.

Ubisoft hat noch keine finalen Entlassungen ausgesprochen, die beiden Manager bleiben vorerst noch im Unternehmen beschäftigt, zumindest bis eine interne Untersuchung die Angelegenheit aufgeklärt hat. Gegen François und Béland sind u. a. via Twitter zahlreiche anonyme und auch namentlich abgegebene Vorwürfe ausgesprochen worden.

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#MeToo hat endgültig das Gaming erreicht

Begonnen hat die Angelegenheit mit Vorwürfen gegen Ashraf Ismail, dem Creative Director von Assassin's Creed Valhalla. Dieser ist von sich aus zurückgetreten, nachdem ihm mehrere Frauen ungebührliches Verhalten und außereheliche Affären vorgeworfen haben. Das führte zu einer Art Dammbruch, unzählige Frauen kamen an die Öffentlichkeit und haben über sexuelle Belästigung in der Branche gesprochen. Dabei fiel immer wieder der Name Ubisoft, der Publisher hat ausrichten lassen, dass man die Vorwürfe mit "großer Sorge" sieht.

Mit der jüngsten Flut an Vorwürfen ist die #MeToo-Bewegung nun endgültig auch in der Spielebranche angekommen. Vergangene Woche wurden schwere Vorwürfe gegen Mitglieder der großen professionellen WoW-Gilde Method bekannt, hier ging es um sexuelle Gewalt und auch Vertuschung.

Siehe auch: Skandal rund um sexuelle Übergriffe - WoW-Gilde Method vor Zerfall
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