Microsoft: Neuartige Fotorestauration via Deep Learning beeindruckt

Von Johannes Schaller am 29.06.2020 13:57 Uhr
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Innerhalb Microsofts Forschungsabteilung wurde ein KI-Algorithmus ent­wickelt, der alten Fotos zu neuem Glanz verhelfen kann. Selbst Aufnah­men, an denen der Zahn der Zeit erheblich genagt hat, sollen dadurch wiederhergestellt werden können.

Erhöhter Schwierigkeitsgrad für maschinelles Lernen

Wie Microsofts Research-Team in einem Blog-Beitrag erläutert, ist für die KI (Künstliche Intelligenz)-gestützte Restauration von alten Fotos ein sehr umfassender Ansatz notwendig. Stark beschädigte Aufnahmen lassen sich nämlich nicht mit bereits etablierten Ansätzen zur Fotoverbesserung zufriedenstellend aufwerten. Der Grund dafür ist den Angaben der For­scher nach in erster Linie die Komplexität des Verfallsprozesses von echten Fotografien. Zudem haben Computernetzwerke Probleme damit, die exakten Unterschiede der De­ge­ne­ra­tion bei unechten und echten Fotoaufnahmen zu erkennen und so für die relevante Datensammlung zu nutzen.

Fotorestauration
Der Algorithmus erreicht beeindruckende Ergebnisse

Das von Microsoft veranschaulichte Deep-Learning-Verfahren stützt sich nun auf ein neu entworfenes Übersetzungsnetzwerk, das die Forscher als "Triplet Domain Translation Net­work" bezeichnen. Darin werden echte Fotos mit einer gigantischen Datenmenge aus syn­the­ti­schen Bildpaaren zusammengeführt und deren Unterschiede ausgewertet. Die syn­the­ti­schen Bilder sind zu einer Hälfte künstlich verändert, zur anderen unversehrt. Auf diese Weise lassen sich unter anderem verschiedene Arten einer möglichen Fotobeschädigung erkennen. Schlussendlich können Ergebnisse erreicht werden, die andere Verfahren zur Fotorestauration ausstechen. Im optimalen Fall wirken die von dem Prozess verbesserten alten Aufnahmen farbstärker, schärfer und realistischer.

Fotokolorierung ebenfalls möglich

Zusätzlich zur Fotorestauration arbeitet Microsoft an einem KI-gestützten Verfahren zur Kolorierung alter Foto- und Videoaufnahmen. Hierzu sind ebenfalls Beispiele in dem Blog-Beitrag zu finden. Ob die vorgestellten Deep-Learning-Funktionen schon bald Einzug in ein bestimmtes Programm oder einen Bereich von Windows 10 erhalten werden, hat der Softwareriese bislang nicht verraten.
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