Rätsel um Saturns Sechseck: Wissenschaftler finden Erklärung

Von John Woll am 09.06.2020 14:31 Uhr
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Seit Jahrzehnten sind Wissenschaftler von einer symmetrischen Struktur fasziniert, die sich am Nordpol des Saturn zeigt. Jetzt haben Forscher mit einer komplexen Simulation möglicherweise eine Erklärung für die Bildung des Wetterphänomens gefunden.

Das Sechseck des Saturn scheint in Simulation entschlüsselt

Als Voyager 2 im Jahr 1981 nach seinem Vorbeiflug ein Bild des Nordpols des Saturn zur Erde geschickt hatte, staunten die Wissenschaftler nicht schlecht: Ganz deutlich zeigt sich hier eine sechseckige Struktur in der oberen Wolkenschicht des Planeten. Auch die NASA-Sonde Cassini lieferte in den frühen 2000er Jahren viele faszinierende Aussichten auf das außerirdische Wetterphänomen. Zu den bisherigen Erklärungsversuchen gesellt sich jetzt eine aufwendige Simulation, mit der Wissenschaftler der Harvard University in Cambridge die Entstehung zu ergründen versuchen.

Das Saturn-Hexagon wechselt mit den Jahreszeiten die Farbe - Grund: UV-Strahlung sorgt für chemische Prozesse
Das Saturn Hexagon wechselt mit den Jahreszeiten die Farbe - Grund: UV-Strahlung sorgt für chemische Prozesse

"Das hexagonale Strömungsmuster auf dem Saturn ist ein eindrucksvolles Beispiel für turbulente Selbstorganisation. Der Mechanismus seiner Bildung und seine Tiefe bleiben jedoch unklar", so die Wissenschaftler zur Einleitung im Fachmagazin PNAS. Demnach habe man in einer Simulation versucht, unter verschiedenen Voraussetzungen eine Bildung ähnlicher Strömungsmuster zu erreichen. Das erste Ergebnis: Die Sechseckstruktur ist nach Ansicht der Wissenschaftler kein oberflächliches Phänomen, sondern sehr tief in der Atmosphäre des Planeten verankert.

Bilder von Saturn

Wirbel um Wirbel

Das Modell weise demnach auf ein komplexes System an sogenannten Konvektionen hin, also Bereichen, in denen Gase aus den tiefen Schichten der Atmosphäre in höhere Bereiche aufsteigen - ähnlich, wie das mit Luftblasen in kochendem Wasser der Fall ist, so BZ zur Erläuterung. In der Simulation entsteht aus einem zentralen und drei kleinere Strömungen, die sich als Wirbelstürme an der Oberfläche zeigen, genau das Muster, was an Saturns Nordpol zu beobachten ist.
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