Google: US-Kartellbehörden arbeiten sich zur Suchmaschine vor

Von Christian Kahle am 05.06.2020 08:30 Uhr
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Jetzt scheint es Google auch in seinem Kerngeschäft an den Kragen zu gehen. Die Wettbewerbsbehörden haben begonnen, bei der Konkurrenz konkrete Stellungnahmen zur Suchmaschine des Marktführers einzuholen.

Google stand aufgrund seiner dominanten Position in dem Bereich schon mehrfach im Visier der Wettbewerbsbehörden, bisher lag der Fokus aber eher darauf, wie verschiedene andere Dienste durch die marktbeherrschende Stellung Vorteile gegenüber den Wettbewerbern bekommen. Die Suchmaschine selbst war somit eher Nebenschauplatz. Das aber scheint sich nun zu ändern.

Wie aus einem Bericht der US-Nachrichtenagentur Bloomberg hervorgeht, deuten die jüngsten Nachfragen der zuständigen Behörden darauf hin, dass es zukünftig darum gehen könnte, die Marktmacht der Google-Suche selbst einzuschränken. Unter anderem sollen Vertreter der entsprechenden Abteilung an die Anbieter der kleinen Suchmaschine DuckDuckGo herangetreten sein. In den Gesprächen sei es auch darum gegangen, wie Nutzer auch darauf gestoßen werden könnten, dass es alternative Suchmaschinen gibt.

Alternativen kaum bekannt

"Wir haben mit allen zuletzt über die Suche gesprochen und alle haben uns sehr konkrete Fragen zu Suchmaschinen gestellt", sagte Gabriel Weinberg, Chef von DuckDuckGo. Da es bisher keine offiziellen Verlautbarungen der Behörden gibt, scheint noch kein offizielles Untersuchungsverfahren eröffnet worden zu sein. Die Nachfragen deuten allerdings an, in welche Richtung sich die Auseinandersetzung mit dem Thema bei den Wettbewerbshütern entwickelt.

In der Praxis läuft es im Grunde darauf hinaus, dass die meisten normalen Nutzer nicht einmal wissen dürften, dass es Alternativen zu Google gibt. Im Alltag ist die Suche nach Informationen oder Webseiten in der Regel komplett mit dem Namen Google verknüpft. Darauf basiert die gesamte Marktmacht des Alphabet-Konzerns, die sich in wettbewerbsrechtlichen Problemen niederschlug.

Wie hier eingegriffen werden kann, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt natürlich erst einmal Gegenstand von Spekulationen. Es könnte allerdings dazu kommen, dass Google in den USA dazu gezwungen wird, den Nutzern des Chrome-Browsers und der Android-Plattform, die aus Googles Sicht beide Marketing-Instrumente für die Suchmaschine sind, aktiv auch alternative Services anzubieten.

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