Verschwörungstheorien: Google wirft QAnon-Apps aus dem Play Store

Von Christian Kahle am 26.05.2020 13:03 Uhr
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Google versucht mit der Entfernung von drei Apps eine der wichtigsten Quellen aktueller Verschwörungstheorien einzudämmen. Die An­wen­dun­gen hätten in Bezug zu QAnon gestanden, teilte das Unternehmen mit.

QAnon oder auch einfach nur Q ist eine Person oder Gruppe, die vor allem auf anonymen Image-Bords aktiv ist. Diese behauptet, Zugang zu geheimen Informationen der aktuellen US-Regierung zu haben. In der Folge werden dann seit Jahren verschiedene Verschwörungs­theorien verbreitet, die enge Überschneidungen zur Neuen Rechten in den USA aufweisen.

Eine der jüngsten Behauptungen QAnons erlangte auch hierzulande einige Bekanntheit, nach­dem der Sänger und Verschwörungstheoretiker Xavier Naidoo darauf hingewiesen hatte: Demnach diene der Lockdown gar nicht dem Infektionsschutz gegen Covid-19, sondern sei eine Tarnung für Operationen zur Befreiung zahlreicher Kinder. Diese würden in Folterkellern gefangengehalten, damit ihnen im Auftrag einer Elite das Stoffwechselprodukt Adrenochrom entzogen werden könne, das finanzkräftigen Konsumenten dann als Verjüngungskur dient.

Verstoß gegen Play Store-Klauseln

Verschiedene Apps sorgten dafür, dass An­hän­ger QAnons direkter über neue Mel­dun­gen in­for­miert werden konnten. Zu ihnen gehören unter anderem Angebote wie Qmap, Q Alerts! und Q Alerts Lite, die von Google jetzt aus dem Play Store geworfen wurden. Begründet wurde dies damit, dass die Apps gegen Klauseln in den Nut­zungs­ver­ein­ba­run­gen ver­sto­ßen hätten, wie aus einem Cnet-Bericht hervorgeht.

Google bezieht sich hierbei auf einen Passus, nach dem keine Apps in den Play Store eingestellt werden dürfen, bei denen die Grenzen der Meinungsfreiheit weit überschritten werden. Und dies sieht man in diesem Fall gegeben, wenn einfach Behauptungen verbreitet werden, die jeder belegbaren Grundlage entbehren und so­gar noch dazu beitragen, andere Menschen zu Straftaten aufzuhetzen. In der Ver­gan­gen­heit ist es bereits mehrfach dazu gekommen, dass Personen die Behauptungen QAnons für wahr hielten und loszogen, um vermeintliche Missstände zu beseitigen.

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