Mini-Angebot funktioniert nicht: Apple baut TV+ bald kräftig aus

Von Christian Kahle am 20.05.2020 09:31 Uhr
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Der Computerkonzern Apple vollzieht bei seinem Streaming-Dienst TV+ eine Strategiewende. Es genügt einfach nicht, komplett auf einige ex­klu­sive Inhalte zu setzen. Daher bemüht man sich in Cupertino nun auch um Li­zen­zen für einen größeren Basis-Katalog.

Einen Versuch schien das Konzept durchaus wert: Ein niedriger Preis mit einer Beschränkung auf hochwertige Eigenproduktionen sollte TV+ ein wenig von der Konkurrenz abheben. Und zumindest als Ergänzung zu einem ohnehin bestehenden Abo bei Netflix oder Amazon hätte man eine Chance haben können. Doch inzwischen sieht man die Dinge im Apple-Management wohl etwas anders.

Wie die US-Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, hätten die Verantwortlichen des Unternehmens inzwischen Kontakte nach Hollywood aufgenommen. Das Ziel besteht darin, einen größeren Katalog an älteren Filmen und Serien zu lizenzieren, die zusätzlich zu den eigenen Exklusiv-Inhalten angeboten werden können. Denn es stellt sich heraus, dass Eigenproduktionen zwar wichtig, aber nicht alles sind, um Kunden zu gewinnen.

Servant - Unheimlicher Trailer zur neuen Serie bei Apple TV+

Apple will mehr

Zukünftig könnte Apples TV+ also durchaus eine ähnliche Form annehmen, wie die anderen Streaming-Angebote auch. Bisher sind die Unterschiede enorm: Mit einem Netflix-Abo hat der Nutzer die Wahl zwischen tausenden Filmen und Serien. Bei Apple muss man sich hingegen unter weniger als 30 verschiedenen Produktionen entscheiden. Darunter finden sich zwar einige Hochkaräter, doch die Breite eines Angebots ist für viele User dann doch entscheidend.

TV+ ist daher aktuell nicht mehr als eine Ergänzung zu einem vollwertigen Streaming-Angebot - und das kann durch den Preis gerechtfertigt werden, der etwa bei der Hälfte eines normalen Netflix-Abos liegt. Wirklich große Nutzerzahlen schafft man so aber nicht und es ist fraglich, wie lange sich solch eine Strategie durchhalten lässt - denn gerade die teuren Eigenproduktionen machen es zwingend erforderlich, dass eine bestimmte kritische Masse an zahlenden Kunden vorhanden ist.

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