Coronavirus macht Chromebooks zur Gefahr für Windows-Laptops

Von Roland Quandt am 18.05.2020 17:02 Uhr
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Microsoft muss sich beeilen, um Windows 10X auf den Markt zu bringen, bevor das steigende Interesse an Chromebooks im Zuge der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus den Marktanteil von Windows nachhaltig schrumpfen lässt. Dies meinen jedenfalls Quellen aus der Lieferkette.

Wie der taiwanische Branchendienst DigiTimes berichtet, sorgen die niedrigen Preise und eine immer größere Vielfalt für reges Interesse an Chromebooks mit Google Chrome OS als Alternative im unteren Preissegment. Für Windows-basierte Geräte ergibt sich daraus nach Meinung der Marktbeobachter auf lange Sicht eine erhebliche Bedrohung, die zu einer dauerhaften Reduzierung des Marktanteils von Windows-PCs führen könnte.

Zwar stieg während der Coronakrise zuletzt auch die Nachfrage rund um Windows-basierte Notebooks, weil viele Firmen und Privatkunden verstärkt in Heimarbeit tätig sind. Doch kommerzielle und private Kunden haben angeblich auch wachsendes Interesse an Chromebooks, so dass die Nachfrage nicht mehr hauptsächlich aus dem Bildungssektor stammt.

Das Chrome-OS-Notebook Pixelbook Go in der Produktvorstellung

Auch in Europa steigt das Interesse an Chromebooks

Nach wie vor fragen vor allem Kunden aus den USA und Nordamerika im Allgemeinen Chromebooks nach, doch auch aus Europa und Japan kam jüngst angeblich immer mehr Interesse. Die Vertragsfertiger, allen voran der weltgrößte Notebook-Fertiger Quanta, konnten deshalb deutlich gestiegene Stückzahlen absetzen, wobei Chromebooks einer der Hauptfaktoren für das Wachstum bei den Laptop-Verkäufen waren, heißt es.

Quanta meldete unter anderem, dass die Chromebook-Verkäufe wegen der Coronakrise seit März exponentiell wachsen. Weil die Notebooks, bei denen der Chrome-Browser im Mittelpunkt der Nutzung steht, meist schon sehr günstig zu bekommen sind, sind sie für viele Eltern eine bevorzugte Wahl, wenn es darum geht, ihrem Nachwuchs die richtigen Werkzeuge zur Teilnahme am verstärkt über das Internet erfolgenden Unterricht zu verschaffen.

Bei Quanta, wo unter anderem Notebooks für Acer, Asus, Dell und HP gebaut werden, erwartet man für das laufende Jahr jeweils ein Wachstum der Chromebook-Stückzahlen im zweistelligen Prozentbereich. Aktuell gibt es wegen der hohen Nachfrage sogar Engpässe, weil Intel angeblich nicht genügend Low-End-CPUs liefern kann.
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