Amazon in der Coronakrise: Statt Gehaltserhöhung gibt es ein T-Shirt

Von Witold Pryjda am 18.05.2020 16:17 Uhr
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Der Versandhändler Amazon gilt als einer der großen Profiteure der Coro­na-bedingten Lockdowns, doch das Unternehmen wird auch immer wie­der heftig kritisiert. Das liegt vor allem daran, dass man Lagerarbeiter vor al­lem anfangs nicht gut genug gegen das Virus geschützt hat.

Amazon hat sich vor allem in den USA immer wieder den Zorn seiner Mitarbeiter sowie von Medien und Kunden zugezogen. Denn man hat seine Logistikzentren auch während des Höhepunktes der Pandemie nicht geschlossen. Angestellte, die dagegen sowie gegen schlechte und gefährliche Arbeitsbedingungen protestiert haben, wurden zum Teil kurzerhand entlassen.

Nun berichtet Business Insider, dass sich das Unternehmen bei allen Angestellten, die die Stellung gehalten haben und das weiterhin tun, bedankt. Mitarbeiter in den USA bekommen als kleines Dankeschön ein T-Shirt, auf dem "Thanks to you - Together, we'll deliver" zu lesen ist, also so viel wie "Dank euch werden wir zusammen liefern".

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Dagegen gibt es auch nichts zu sagen, allerdings hat Amazon nahezu gleichzeitig bekannt gegeben, eine spezielle Coronavirus-Zulage in Höhe von zwei Dollar pro Stunde mit Ende Mai wieder zu kürzen. Diese hat der Versandhausgigant Mitte März in den USA eingeführt und die Mitarbeiter im Bereich der Logistik hätten gerne gehabt, dass diese länger oder sogar dau­er­haft gezahlt wird.

"Schlag ins Gesicht"

Gegenüber Business Insider sagte einer der Angestellten eines Logistikzentrums im US-Bundesstaat Indiana, dass man bereits 21 Coronavirus-Fälle verzeichnen musste und zumindest einen Todesfall zu beklagen hat. Und da ist so ein T-Shirt "wie ein Schlag ins Gesicht", so der Amazon-Mitarbeiter.

Solche T-Shirts haben auch Mitarbeiter anderer Standorte bekommen und auch woanders wird vermutet, dass das Unternehmen von der negativen PR ablenken will. Viele Menschen verlassen sich gerade jetzt auf Versandhändler und bestellen mehr denn je bei Amazon, entsprechend viel nimmt das Unternehmen wohl auch ein. Da wäre es sicherlich eine gute Sache gewesen, wenn man die Mitarbeiter an der "Front" noch eine Weile lang oder eben immer besser bezahlt.
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