"Verhaftet mich": Musk widersetzt sich Behörden, öffnet Tesla-Fabrik

Von Witold Pryjda am 12.05.2020 09:04 Uhr
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Elon Musk wettert seit Tagen und Wochen gegen die kalifornische Politik und die Lockdown-Anweisungen insgesamt. Den Tesla-Chef stört vor al­lem, dass er seine Fabrik in Fremont nicht öffnen kann. Das will er nun dennoch machen und sich notfalls verhaften lassen.

Seit Wochen auf Konfrontationskurs

Diese Woche sollen die Tesla-Produktionsbänder wieder anlaufen und das, obwohl die lokalen Behörden von Alameda County das immer noch offiziell untersagen. Elon Musk hat bereits in den vergangenen Tagen Gift und Galle gegen diese Anweisung gespuckt und u. a. gedroht, die Fabrik und auch Tesla-Zentrale nach Nevada oder Texas zu verlegen.

Bereits die Schließung nahm der Coronavirus-Skeptiker nur sehr widerwillig hin. Denn laut den Anweisungen der Behörden dürfen seit Mitte März nur noch "essentielle Geschäfts­be­reiche" in Betrieb sein. Musk hat zunächst versucht, die Tesla-Fabrik als lebensnotwendig einstufen zu lassen, Berichten zufolge waren Mitarbeiter auch nach den behördlichen An­wei­sungen in der Fabrik weiter beschäftigt - gesundheitlichen Risiken zum Trotz.

Zeitraffervideo zeigt: So entsteht ein Tesla Model 3 am Fließband
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Nun geht Musk erneut auf Kollisionskurs mit Kalifornien und Alameda County. Denn Musk gehen die bisherigen Pläne nicht schnell genug. So hat ein Vertreter von Alameda County am vergangenen Wochenende gegenüber der New York Times mitgeteilt, dass man einer Vereinbarung nahegekommen sei und Tesla am 18. Mai wieder hochfahren sollte.

Das war jedoch der Fall, bevor Musk am vergangenen Wochenende eine neuerliche Twitter-Tirade gegen die Verantwortlichen gestartet hat. Der Chef des Elektroautobauers kündigte nicht nur eine Klage an, sondern meinte auch, dass in Fremont bereits wieder produziert werde. Mitarbeiter, die Bedenken haben, können gerne zu Hause bleiben - unbezahlt.

Die Vertreter des Bezirks versuchen zwar nach wie vor, einen geordneten Übergang zum Pro­duk­tions­betrieb in die Wege zu leiten, Musk kümmert das wenig. Zuletzt twitterte er, dass, sollte jemand verhaftet werden, er darum bittet.

Das Vorgehen des Tesla-Chefs ist naturgemäß höchst umstritten und vielen kalifornischen Politikern reißt auch bereits der Geduldfaden. Die Demokratin Lorena Gonzalez twitterte vor kurzem schlicht "F*ck Elon Musk." und meinte, dass der Staat Kalifornien sein Unternehmen mit viel Geld subventioniert hat, Musk aber stets das Wohlergehen seiner Arbeiter missachtet und auch die Bildung von Gewerkschaften verhindert habe.
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