Nicht kaputt, bald Schrott: Belkin-Kameras ab 29. Mai für die Tonne

Von John Woll am 11.05.2020 16:51 Uhr
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In dem immer engeren Zusammenspiel zwischen Hardware und Cloud-An­bindung liegt für Kunden auch viel Ärger. Belkin hat jetzt angekündigt, dass man der Sicherheitskamera Wemo NetCam einen digitalen Todes­stoß versetzt, indem man benötigte Server abdreht.

Auch wenn mit den Kameras alles in Ordnung ist, werden diese nicht mehr laufen

Dass Hardware, die im Zusammenspiel mit Software funktioniert, auch an das Ende der Le­bens­dau­er kommen kann, ist natürlich normal. Wenn Produkte an sich eigentlich technisch ohne Probleme weiterverwendet werden könnten, die entsprechende Software- und Cloud-In­fra­struk­tur aber gestrichen wird, dann macht das auf jeden Fall auch negative Aspekte der Smart-Home-Ent­wick­lung deutlich. Wie jetzt Belkin mitteilt, werden alle Wemo NetCam-Pro­duk­te ab dem 29. Mai ihren Dienst versagen. Der Grund: Die benötigte Video-Service-Platt­form wird ersatzlos gestrichen.

Belkin Wemo NetCam
Die Wemo NetCams werden ab Ende Mai nicht mehr funktionieren

Wie das Unternehmen im Supportforum unter der Überschrift "Wemo NetCam Ende der Le­bens­dauer" mitteilt, werden am 29. Mai 2020 die Wemo NetCam-Server außer Betrieb ge­nom­men. "Obwohl Ihre Wemo NetCam weiterhin eine Verbindung zu Ihrem Wi-Fi-Netz­werk her­stellt, können Sie ohne diese Server weder den Video-Feed ansehen noch auf die Si­cher­heits­funk­tio­nen Ihrer Wemo NetCam, wie z.B. Bewegungs-Clips und Bewegungs-Be­nach­rich­ti­gungen, zugreifen", so die Erläuterung. Auch die Funktion der Bewegungsmelder fällt weg, die entsprechende Funktion wird zum Stichtag aus der App entfernt. "Bitte speichern Sie alle Dateien/Videos vor dem 29. Mai", so Belkin knapp. Auch die Verwendung mit Software von Drittanbietern wird ausgeschlossen.

Wenigstens Erstattung

Im Gegensatz zu anderen Unternehmen zeigt sich Belkin bei der Entschädigung von betroff­enen Kunden aber relativ kulant. So bietet man für alle Wemo NetCams, die noch über eine Garantiezeit verfügen, eine vollständige Rück­erstattung des Kaufpreises an - unter Vorlage des Kaufbelegs. Auch Nutzer, die beim benötig­ten iSecurity+-Abo eine Jahresabrechnung gewählt haben, erhalten eine anteilige Rücker­stattung, "für jeden nicht genutzten Teil" des Abonnements. Die Veranlassung der Rücker­stattung läuft über ein Webformular.
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