Perlmutter: AMD steht im Zentrum des nächsten großen Supercomputers

Von Christian Kahle am 05.05.2020 16:50 Uhr
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Der Chiphersteller AMD hat derzeit auch bei den Prestige-Projekten im Supercomputing einiges zu bieten. Noch in diesem Jahr soll ein neues System namens Perlmutter in Betrieb gehen, dessen Kern auf der aktuellen Zen 3-Architektur des Unternehmens beruht.

Installiert wird das System beim US National Energy Research Scientific Computing Centre (NERSC). Perlmutter wird sich dabei aus einzelnen Rechenknoten zusammensetzen, die vom HPC-Spezialisten Cray auf Basis von dessen Shasta-Plattform gebaut werden. Dabei handelt es sich um eine heterogene Zusammensetzung von Knoten, die entweder auf CPUs oder GPUs setzen.

Benannt ist der Supercomputer nach Saul Perlmutter, einem Astrophysiker des Berkeley Lab. Dieser erhielt im Jahr 2011 den Nobelpreis für Physik, womit seine Leistungen um die Erkenntnisse zur Expansion des Universums gewürdigt wurden. Das neue System soll den Supercomputer Cori ersetzen und dessen Leistung bis zu vervierfachen.

Speicher komplett aus Flash

Der Aufbau und die Inbetriebnahme des Systems wird in zwei Stufen erfolgen. In der ersten Phase errichtet man 12 Racks in denen vor allem GPUs arbeiten. Hier wird in jedem Knoten zwar eine AMD Milan-CPU arbeiten, um die Aufgaben zu verteilen, die eigentliche Arbeit erledigen dann aber über 6000 Volta-Next-GPUs von Nvidia. Dieser Teil soll noch im Laufe dieses Jahres in Betrieb gehen.

Ergänzt wird er dann bis Mitte 2021 durch über 3000 Rechenknoten, in denen jeweils zwei AMD Milan zusammenarbeiten und auf 512 Gigabyte Arbeitsspeicher zurückgreifen können. Als Festspeicher wird der Supercomputer komplett auf Flash setzen. Installiert werden dabei so viele Chips, dass ingesamt 30 Petabyte Kapazität bereitstehen, die für die zu berechnenden Daten genutzt werden können. Durch eine geschickte Aufteilung der Verbindungen zwischen Speicher und Prozessoren werden im Gesamtsystem bis zu 4 Terabyte pro Sekunde zwischen den Einheiten bewegt werden können. Letztlich soll Perlmutter mindestens 100 Petaflops Leistung bringen - wahrscheinlich aber eher mehr.

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