Qualcomm sieht dramatischen Einbruch bei Smartphones kommen

Von Christian Kahle am 30.04.2020 16:17 Uhr
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Bei Qualcomm, dem wichtigsten Chiplieferanten der Smartphone-Branche, versucht man zumindest einen Überblick über die nicht gerade gute Lage zu bekommen. Und die dabei entstehende Prognose für die kommenden Handy-Verkäufe ist dramatisch.

Zumindest aus China, wo die Corona-Epidemie zuerst ausbrach und kräftig Wirkung ent­fal­te­te, hat man inzwischen recht brauchbare Daten über die Entwicklung des Marktes vorliegen. Auf dieser Basis und den eigenen Zahlen zu Verkäufen und Bestellmengen kommt das Unternehmen nun zu dem Ergebnis, dass der globale Smartphone-Markt im laufenden zweiten Quartal wohl so weit einbrechen wird, dass Qualcomm 30 Prozent weniger Prozessoren verkauft.

Im dritten Quartal könnte es dann wieder etwas besser werden - was allerdings davon abhängt, wie sich die Pandemie weiter entwickelt und ob nicht verfrühte Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen zu neuen Infektionswellen führen. Zumindest wenn alles im zu erwartenden Rahmen verläuft und keine weiteren Einbrüche kommen, sollte es in der zweiten Jahreshälfte entspannter zugehen und bei dem Chipkonzern rechnet man so für das gesamte Geschäftsjahr mit Absatzeinbußen um die 10 Prozent.

Hoffen auf das zweite Halbjahr

Das nun abgeschlossene erste Quartal konnte Qualcomm noch mit einem Umsatzwachstum um 5 Prozent auf 5,22 Milliarden Dollar abschließen. Allerdings kommen die Zuwächse nicht aus dem Absatz von Halbleiter-Produkten, sondern aus dem Lizenzgeschäft. Vertragsabschlüsse aus dem letzten Jahr schlagen sich hier erst mit konkreten Einnahmen nieder, so dass die Zahl nur bedingt die konkrete aktuelle Geschäftsentwicklung zeigt.

Darüber hinaus laufen aber auch die Vorbereitungen auf den großen Wechsel auf 5G-Mobilfunk-Infrastrukturen weiter. Und das sorgt bei Qualcomm für vorteilhafte Effekte, die ebenfalls nicht komplett an dem direkten Marktgeschehen hängen. So wurde zumindest noch ein Gewinn von 468 Millionen Dollar erzielt, den man aber wohl besser einsetzen wird, um die kommenden Probleme abzufedern.

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