Werber nutzen Corona-Lage für illegale Anrufe bei Verbrauchern aus

Von Christian Kahle am 16.04.2020 15:33 Uhr
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Dass aufgrund der Corona-Krise deutlich mehr Menschen tagsüber zuhause sind, haben auch die eher nevigen Zeitgenossen mitbekommen. Unerwünschte Werbeanrufe erleben gerade einen regelrechten Aufschwung - und damit auch die Beschwerden von Verbrauchern.

"Ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung ist Werbung am Telefon nicht erlaubt", erklärte Rechtsexpertin Michèle Scherer von der Verbraucherzentrale Brandenburg. "Wir erhalten regelmäßig Beschwerden von Verbrauchern, die sich belästigt fühlen." Und die Werber nutzen aktuell nicht nur aus, dass die Menschen vermehrt zuhause und damit auf dem Festnetzanschluss erreichbar sind. Sie haben in der Regel auch mehr Zeit und drücken störende Anrufe seltener weg - immerhin ist so mancher auch ein wenig froh über jeden zusätzlichen menschlichen Kontakt.

So kann es schnell vorkommen, dass die Anschlussinhaber plötzlich über neue Mobilfunk- oder Stromverträge verfügen. Denn auch wenn vor allem Werbeanrufe ohne vorherige Einwilligung eigentlich nicht erlaubt sind, können die dabei abgeschlossenen Verträge durchaus wirksam sein. Ausgeschlossen ist das lediglich bei Gewinnspielen, die auf jeden Fall einer Textform bedürfen. Hier muss nach dem Telefonat eine schriftliche Rückantwort verschickt werden.

Rücktritt möglich

Sollte doch ein Vertrag abgeschlossen worden sein, gilt hier natürlich das 14-tätige Rücktrittsrecht aus dem Fernabsatzgesetz. Verbraucher haben also nach einem solchen Telefonat die Möglichkeit, die ganze Sache noch einmal in Ruhe zu überdenken oder mit anderen Personen Rücksprache zu halten. Die Verbraucherzentrale bietet als Hilfestellung auch verschiedene Musterbriefe für einen nachträglichen Widerruf an.

Es ist aber auch möglich, direkt selbst einen Beitrag gegen solche Werbung zu leisten. "Wenn Sie einen ungebetenen Anruf erhalten, notieren Sie Datum, Telefonnummer sowie das beim Telefonat beworbene Produkt und gegebenenfalls Namen und melden Sie dies der Bundesnetzagentur", so Scherer. Diese kann weitergehende Maßnahmen wie Nummernsperrungen oder die Verhängung von Bußgeldern einleiten.

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