Corona: Meinung der Deutschen zur Tracking-App geht weit auseinander

Von John Woll am 14.04.2020 18:42 Uhr
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Viele Experten halten Tracking-Lösungen für eine gute Maßnahme im Kampf gegen Corona, wenn sie denn von einer Mehrheit der Bevölkerung genutzt werden. Eine Umfrage zeigt: Die Deutschen sind sich in Bezug auf die Bereitwilligkeit zur Installation aber sehr uneinig.

Was bringt die Corona-App: Die Gesellschaft ist sich uneinig

Technisch wird aktuell fieberhaft daran gearbeitet, dass Tracking-Lösungen entwickelt wer­den können, die mögliche Corona-Infektionen technisch sichtbar machen. Gesellschaftlich wird deren Einsatz umfassend und kontrovers diskutiert. Welcher Ansatz kann eine Einhaltung von Datenschutzrichtlinien am besten sichern, welche Daten müssen für das effektive Errei­chen der erhofften Ziele überhaupt erhoben werden? All diese Fragen werden von verschie­denen Stellen aktuell noch verschieden beantwortet. Eine ähnliche Uneinigkeit zeigt sich auch in der Bevölkerung: bisher hat sich keine einheitliche Meinung zur Nutzung solcher Anwendungen ergeben.

Wie BR24 durch eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey ermittelt hat, geben 36,1 Prozent der Befragten an, dass sie eine App nutzen würden, "die anonym erfasst, wen Sie getroffen haben und Kontakte im In­fektionsfall informiert". 20 Prozent der Befrag­ten antworten auf diese Frage mit "Eher ja". Somit bilden 56.1 Prozent der Bundesbürger das Lager, das eine Nutzung solcher Lösungen befürwortet.

Auf der Gegenseite stehen 24,2 Prozent der Befragten, die dieselbe Frage mit "Nein, auf keinen Fall" beantworten, solche freiwilligen und anonymen Ansätze also für sich kategorisch ausschließen. "Eher nein" antworten 11,3 Prozent der Befragten, der Wert der "Unentschiedenen" liegt bei 8,4 Prozent.

Alte sehr bereitwillig

Wie BR24 anmerkt, zeigen die Daten vor allem bei älteren Bürgern ab 65 Jahren eine hohe Bereitschaft zur Nutzung einer Tracking-App. Hier liegt der Wert derer, die eine solche Anwendung nutzen würden, bei 65,5 Prozent. Am wenigsten bereit zeigen sich hier die 30 bis 39-Jährigen, wo 48,5 Prozent "auf jeden Fall" eine Installation vornehmen würden.

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