Google bereitet eigenen Chip für Pixel-Phones und Chromebooks vor

Von Witold Pryjda am 14.04.2020 15:12 Uhr
Bisher war das mobile Geschäft fest in der Hand von Qualcomm, zumindest wenn es um mobile Geräte mit Google-Betriebssystem geht. Apple kocht hingegen seit jeher sein eigenes Süppchen und lässt eigene Chips herstellen. Dem iPhone-Beispiel dürfte auch Google folgen.

Die großen Hersteller des Mobilgeschäfts haben schon lange "selbstgestrickte" Chips, so hat Apple seine A-Serie und Samsung die (ungeliebten) Exynos-SoCs. Google greift bisher vor allem auf die Snapdragons von Qualcomm zurück, allerdings ist die Begeisterung der Kalifornier wohl nicht grenzenlos. So wurde erst vor kurzem berichtet, dass der Konzern aus Mountain View beim Pixel 5 auf den Snapdragon 865 verzichten wird, weil dieser zu teuer sei.

Damals hieß es, dass Google stattdessen auf einen Snapdragon 765G zurückgreifen will, doch das ist womöglich nicht ganz richtig bzw. nur die halbe Wahrheit. Denn laut einem Bericht von Axios habe der Pixel-Hersteller "signifikante Fortschritte" bei der Entwicklung eines eigenen Prozessors gemacht.

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ARM-Architektur mit KI-Optimierungen

Der Chip, der unter dem Codenamen Whitechapel entwickelt wird, soll im nächsten Jahr in den Pixel-Smartphones zum Einsatz kommen. Damit nicht genug: Der Prozessor oder die Prozessoren sollen früher oder später auch in den Chromebooks verbaut werden.

Whitechapel entsteht in Zusammenarbeit mit Samsung, Basis für die Google-Chips soll die topaktuelle 5-Nanometer-Technologie sein. Die Koreaner werden wohl auch für die Herstellung verantwortlich sein. Bei Whitechapel handelt es sich um einen auf ARM-Architektur basierenden Achtkern-Prozessor. Eine Besonderheit soll sein, dass die Hardware hinsichtlich Maschinenlernen sowie die "Always on"-Funktionalität des Google Assistant optimiert ist.

Google soll in den vergangenen Wochen die ersten funktionierende Versionen des Chips bekommen haben. Das bedeutet aber nicht, dass dieser bereits einsatzfähig ist, weshalb Pixel-Smartphones mit Google-Chipsätzen nicht vor dem nächsten Jahr kommen dürften, bei Chromebooks dürfte die Umsetzung noch länger dauern.
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