SpaceX: Russen weigern sich, Kosmonauten in die Dragon zu stecken

Von Christian Kahle am 02.04.2020 14:16 Uhr
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Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat die erste Crew zusammengestellt, die mit dem neuen Dragon-Raumschiff von SpaceX zur Internationalen Raumstation ISS fliegen soll. Die Russen verweigern ihre Teilnahme an der Mission aus recht nachvollziehbaren Gründen.

Im Normalfall gehört zu jeder Besatzung, die zur ISS fliegt, stets mindestens ein russischer Kosmonaut. Dies liegt aber nicht daran, dass in den letzten Jahren nur Sojus-Raumschiffe für bemannte Flüge zur ISS zur Verfügung standen, sondern an den Beteiligungen an der ISS. Die Raumstation wurde ursprünglich von den USA und Russland zu je 50 Prozent geplant und betrieben. Die USA gaben später dann einige ihrer Anteile ab und holten weitere Länder oder Organisationen wie die europäische ESA mit ins Boot. Die Anteile spiegeln sich letztlich auch in den Plätzen für die Zusammenstellung der Besatzung wider.

Russland verzichtet jetzt aber aus freien Stücken an einer Beteiligung an der Crew-1-Mission, berichtet SpaceNews. Dabei geht es allerdings nicht um eine politische Entscheidung - Vielmehr traut man der Sache nicht. Während die eigenen Sojus seit Jahrzehnten erprobt sind und extrem zuverlässig und fehlerfrei Menschen zur ISS brachten, handelt es sich bei der Crew Dragon um ein komplett neues System, das auch nur einen unbemannten Testflug zur ISS absolviert hat.

SpaceX Dragon

Erste Besatzung komplett

"Die russische Seite hat mitgeteilt, dass sie erst einmal einige erfolgreiche USCV (U.S. Crew Vehicles)-Starts sehen wollen, bevor sie einer gemischten Besatzung zustimmen", erklärte Tom Stafford, ein ehemaliger US-Astronaut, der inzwischen dem International Space Station Advisory Committee der NASA vorsteht. Später sei die russische Roscosmos gern bereit, an den US-Flügen teilzunehmen, auf keinen Fall aber beim ersten Mal.

Crew-1 soll noch in diesem Jahr zur ISS fliegen, wenn die bis dahin angesetzten Tests erfolgreich verlaufen. Die NASA-Astronauten Mike Hopkins und Vic Glover stehen schon länger als Teilnehmer fest. Da die Russen absagten, wurden die beiden anderen geplanten Plätze nun an ihre Kollegin Shannon Walker, die ebenfalls schon Erfahrungen im All hat und den Japaner Soichi Noguchi vergeben.

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