DE-CIX spürt Traffic-Anstieg, von Kollaps kann aber keine Rede sein

Von Witold Pryjda am 26.03.2020 10:33 Uhr
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Derzeit ist Sars-Cov-2 allgegenwärtig und hat eine Auswirkung auf fast alle Lebensbereiche. Diese spielen sich vielfach online ab, entsprechend hoch ist die Netzbelastung. Oder doch nicht? Der zentrale deutsche In­ter­net-Knoten spürt das Mehr an Daten zwar, es ist aber relativ klein.

In den vergangenen Tagen war die befürchtete Überlastung der europäischen Netze ein The­ma, das nicht nur die EU beschäftigte, sondern auch die Provider und vor allem Strea­ming-An­bie­ter. So wurden Netflix, YouTube und Co. dazu aufgerufen, freiwillig ihre "Auf­lö­sun­gen" zu reduzieren (in der Praxis wurden die Bitraten angepasst), damit die Internet-Lei­tun­gen für essentielle Dinge wie das Arbeiten freibleiben.

Plus von "nur" zehn Prozent

Beim "Deutschen Commercial Internet Exchange", besser bekannt als DE-CIX, ist und bleibt man diesbezüglich aber mehr als gelassen. Zwar merken die Betreiber derzeit einen Anstieg des Datenverkehrs in Höhe von rund zehn Prozent, von einer Überlastung oder gar einem Kollaps ist man aber wohl noch meilenweit entfernt.

Thomas King, Chief Technology Officer (CTO) bei DE-CIX, sagte, dass man natürlich stark merke, dass die Nutzer nun tagsüber häufiger und länger online seien (via t3n). An Ka­pa­zi­täts­gren­zen komme man aber nicht, selbst dann nicht, "wenn alle Firmen Europas aus­schließ­lich aus dem Homeoffice arbeiteten und ne­ben­her noch ein weltweites sportliches Groß­event über­tragen werden würde".

Einen Anstieg des Datenverkehrs verzeichnet DE-CIX in allen Kategorien. Dazu zählen Video-Konferenzen und andere Arbeitsanwendungen, aber vor allem auch Freizeitbereiche. Bei On­line- und Cloud-Gaming-Plattformen habe sich die Nutzerzahl verdoppelt, auch soziale Me­di­en erleben derzeit einen Boom. Wie erwähnt ist natürlich auch Video-Streaming stark ge­stie­gen, hier ist von einer Verdopplung der Kapazitäten die Rede.

Allerdings meint King, dass DE-CIX der Aufgabe mehr als gewachsen ist. Schlecht aus­ge­bau­te lokale Netze könnten hingegen sehr wohl zu Flaschenhälsen werden.
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