Das Kraftpaket: Apple MacBook Pro mit 16-Zoll-Display im Test

Von Stefan Trunzik am 24.03.2020 18:06 Uhr
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Verbessertes Kühlsystem lässt hohe Leistungswerte länger zu

Im Mittelpunkt eines jeden Apple MacBook Pro steht die Performance, bei dem sich das Top-Modell mit 16-Zoll-Display von seinen kompakten 13-Zoll-Geschwistern der Pro- und Air-Reihe abhebt. Unser Testsystem setzt auf den Intel Core i9-9980HK (Coffee Lake), ein Acht­kern-Prozessor mit einer Taktspanne zwischen 2,4 und 5,0 GHz. Hinzu gesellen sich 32 GB DDR4-Arbeitsspeicher, eine 2-TB-SSD mit Transferraten von circa 2,8 GB/s und die AMD Radeon Pro 5500M (Navi) mit 8 GB Videospeicher. In dieser Form schlägt unser MacBook Pro mit etwas mehr als 4500 Euro zu Buche. Von einem Schnäppchen kann man hier also nicht mehr sprechen.

Apple MacBook Pro 16 Zoll (2019)
Unser Testsystem des performanten Apple MacBook Pro 16 Zoll

Doch für kreative Köpfe könnte sich das Investment lohnen - Zeit ist schließlich Geld. Und genau diesen Zeitfaktor bedient das neue 16 Zoll große MacBook Pro. Durch eine verbesserte Kühlung kann Apple die entstehende Wärme des Prozessors und der Grafikkarte besser ab­füh­ren, was dafür sorgt, dass eine hohe Leistung auch über einen längeren Zeitraum ge­währ­leis­tet wird. Somit kann die einstige CPU-Drosselung der Vorgänger vermieden wer­den und selbst bei voller Auslastung darf das System weit über 90 Prozent seiner Per­for­mance dauerhaft abrufen. In einem Volllast-Szenario ist unser MacBook Pro mit etwas über 50 De­zi­bel zwar nicht gerade leise, dank tieffrequenter Lüfter aber auch nicht allzu nervig.

Die dauerhaft hohe Performance des 16-Zoll-MacBook-Pro verkürzt die Wartezeiten bei an­spruchs­vol­len Produktionen enorm, vor allem beim Rendern und Encoding von Vi­deo­pro­jek­ten oder bei der umfangreichen Foto- und Bildbearbeitung. Während Apples haus­ei­ge­ne Tools wie Final Cut Pro X bereits gut auf die Mehrleistung und vor allem das aktuelle macOS Catalina-Betriebssystem reagieren, hakt es bei beliebten Adobe-Programme wie Photoshop, Pre­mie­re und Co. etwas. Hier fehlen noch die einen oder anderen Software-Updates von Adobe selbst, bis von einer wirk­li­chen Stabilität gesprochen werden kann. Mit dem aktuellen MacBook Pro liefert Apple je­doch die unserer Meinung nach beste mobile Hardware-Basis für kreative Professionals, die auf viel Leistung angewiesen sind.

Apple MacBook Pro 16 Zoll (2019)
Mehr Platz für einen größeren Akku - Apple stockt auf 99,8 Wh auf

Unterwegs ist das MacBook Pro ein echter Langläufer

Schön zu sehen ist, dass unser MacBook Pro 16 seine hohe Leistung auch im Akkubetrieb aus­fah­ren kann. Dafür sorgt die vergrößerte 99,8-Wattstunden-Batterie. Die herstellereigene Angabe einer Akkulaufzeit von 11 Stunden übertrifft das Testgerät zum Beispiel beim Vi­deo­strea­ming im Safari-Browser. Hier sind sogar mehr als 12 Stunden möglich. Ein genauer Richtwert für den produktiven Alltag mit Renderings und Co. lässt sich allerdings kaum beziffern, da dem macOS-Laptops bei Vollauslastung in Benchmarks auch gerne nach 1-3 Stunden die Puste ausgehen kann. Je nach Programmnutzung und dem eigenen Multimedia-Alltag sollte man eher mit 5-6 Stunden rechnen, während bei einer reinen Office-Nutzung nach der 8-Stunden-Schicht sogar noch Strom für den Feierabend übrig bleibt.

Unser Fazit zum Apple MacBook Pro 16 Zoll

Apple hat mit dem 16 Zoll großen MacBook Pro ein echtes Kraftpaket geschaffen, das seine hohe Leistungsfähigkeit dank einem verbesserten Kühlsystem voll entfalten kann. Vor allem mit den flotten Achtkern-Prozessoren und AMD Radeon-Grafikkarten bietet man Kreativen eine mobile Workstation, die auch abseits der Steckdose ihre Performance-Vorteile ausspielt, verpackt in einem schlanken und optisch zeitgemäßen Gehäuse. Die neue Tastatur mit tra­di­tio­nel­lem Scherenmechanismus bringt den alten Glanz der Pro-Serie zurück, nach dem sich Vielschreiber und Programmierer lange gesehnt haben.

Apple MacBook Pro 16 Zoll (2019)
Viel Leistung im schlanken Gehäuse - Die Workstation für unterwegs

Der hohe Preis rechtfertigt sich jedoch nicht nur aufgrund der Leistung und einer neuen Tas­ta­tur. Apple bietet zudem das bisher beste Sound-System in einem Notebook und über­zeugt mit kapazitätsstarken Batterien und einer daraus resultierenden, langen Ak­ku­lauf­zeit. Na­tür­lich darf man sich über die zwar vielseitigen, aber doch einschränkenden Schnittstellen be­schwe­ren, die weiterhin nur aus Thunderbolt-3-Anschlüssen bestehen. Oder aber, dass Apple im Jahr 2020 noch immer auf eine 720p-Webcam setzt.

Am Ende liefert Apple unserer Meinung nach ein erstklassiges Gesamtpaket mit starker Performance, ausgezeichneten Eingabegeräten, langer Akkulaufzeit und einen der besten Bildschirme am Markt. Wer bereit ist, sein Geld in ein leis­tungs­star­kes MacBook Pro zu investieren, für den sollte die 16-Zoll-Version derzeit die erste Wahl darstellen.

Entscheidungshilfe: Preislich liegen zwischen dem MacBook Pro mit 13-Zoll- und 16-Zoll-Display keine Welten mehr. Vor allem wenn man sich für einen der flotten Prozessoren des kompakten macOS-Notebooks entscheidet. Liegt die günstigste Ausstattung des 16-Zöllers bei 2699 Euro, werden für eine starke 13-Zoll-Konfiguration 2499 Euro fällig - und das ohne eine dedizierte Grafikkarte.



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