Netzkollaps: Muss Netflix demnächst gedrosselt oder geblockt werden?

Von Witold Pryjda am 19.03.2020 11:14 Uhr
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Vor einigen Tagen gab es einen Bericht, dass die Schweiz erwägt, die Nutzung von Streaming-Diensten wie Netflix einzuschränken oder zu unterbinden. Das liegt natürlich daran, dass Menschen dieser Tage zu Hause in Selbstisolation sind. Ist eine Netflix-Sperre zu befürchten?

Viele von uns sitzen derzeit zu Hause statt im Büro oder Park, bei Freunden, dem Restaurant oder der Kneipe, so soll die Verbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. Das bedeutet, dass sich viele Bereiche unseres Lebens in das Internet verlagern und das hat auch zur Folge, dass das Datenaufkommen stark ansteigt.

Noch halten die Netze

Laut Vodafone hatte das am 17. März einen Anstieg der Datennutzung um 15 bis 20 Prozent zur Folge, jedenfalls im Vergleich zu normalen Tagen (via ntv). Noch macht man sich keine Sorgen, aktuell sind die deutschen Netze noch lange nicht am Anschlag. Ähnlich sieht es in Österreich aus: Zwar ist auch dort ein spürbarer Anstieg zu verzeichnen, laut Futurezone ist man aber auch in Österreich von einer Drosselung "meilenweit" entfernt - das gilt für Fest- wie Mobilnetze.

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Dennoch macht man sich auch bei der EU Gedanken, wie man das Datenaufkommen reduzieren kann, bevor es zum Kollaps kommt. So hat Thierry Breton, EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen, gestern mit Netflix-Chef Reed Hastings darüber gesprochen (via CNBC), wie man das Internet am Laufen halten kann, bevor es zu Störungen und Ausfällen kommt.

Breton hat mit dem CEO von Netflix die Möglichkeit erörtert, dass der Streaming-Dienst die Auflösung herunterschraubt. So soll Netflix "wenn es nicht notwendig ist", von HD- auf Standardauflösung gehen, der Arbeit und anderen essentiellen Szenarien soll auf diese Weise der Vorzug gegeben werden.

Von Ultra-HD ist hier nicht einmal die Rede gewesen, allerdings ist erst bei 4K-Abschaltung (das entsprechende Abo vorausgesetzt) die Ersparnis an Daten signifikant (im Vergleich zu HD ist es in etwa der Faktor 5). Sollte es eng werden, kann man sich also von 4K definitiv verabschieden und auch SD ist ein Szenario, das in Frage kommt.

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