Netflix beteiligt Künstler am Erfolg deutscher Serien

Von Nadine Juliana Dressler am 16.03.2020 21:29 Uhr
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Durch eine Vereinbarung zwischen Netflix, dem Bundesverband Schau­spiel (BFFS) und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi), gibt es jetzt für Künstler erstmals eine Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg von deutschen Netflix-Serien-Produktionen.

Das haben die drei Partner bekannt gegeben. In dem bisher einzigartigen Vertrag der Art gibt es nun mit den Gemeinsamen Vergütungsregeln (GVR) zugunsten der Filmkreativen für Produktionen, die bei den Nutzern besonders gut ankommen auch weitere Einnahmen. "Berücksichtigt werden Kreative, die an deutschen Netflix-Original-Serien beteiligt sind, und zwar solche aus den Gewerken Regie, Kamera, Szenen-, Kostüm-, und Maskenbild sowie Tongestaltung, Filmmontage und Schauspiel", heißt es dabei in einer Erklärung der Filmunion von Verdi.

Zusammenarbeit mit Netflix soll sich lohnen

Urheber und ausübende Künstler profitieren demnach finanziell von ihrer Zusammenarbeit mit Netflix, indem Netflix eine faire und angemessene Erfolgsvergütung für die Kreativen garantiert. Dabei wird es unter anderem eine staffelbezogene Zusatzvergütung geben. Auch eine Beteiligung an Zweitverwertungserlösen von Netflix ist vorgesehen, also für den Fall, dass Netflix die Serien zum Beispiel an das Free-TV verkauft. Die Höhe der Zusatzvergütung richtet sich dabei nach der weltweiten Zahl der sogenannten Completer, das sind Haushalte, die 90 Prozent einer Serien-Staffel gesehen haben.

"Leuchtturm-Vereinbarung"

"Das ist eine wegweisende Regelung, mit der Verdi klare und unbürokratisch geregelte An­sprü­che auf deutliche Zusatzvergütungen für Filmschaffende erreicht hat. Die Vereinbarung mit Netflix zeigt, wie ein funktionierendes Ur­heb­errecht im Sinne der Kreativen in Zu­sam­men­arbeit mit kommer­ziellen Stream­ing­diensten aus­buch­sta­biert werden kann. Es handelt sich um eine Leucht­turm-Ver­ein­barung und um ange­messene Vergütungs­regelungen für alle Film-Urheber", so Verdi-Bundes­vorstands­mitglied Christoph Schmitz.

Es ist das erste Abkommen mit einem Streamingdienst in Deutschland und laut Verdi daher ein echter Meilenstein für die Film- und Fernsehbranche. Inwiefern auch Verhandlungen mit anderen Anbietern wie Amazon oder Apple laufen ist nicht bekannt.

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