Kryptowährung: Facebook hat die eigenen Pläne für Libra überarbeitet

Von Tobias Rduch am 04.03.2020 18:09 Uhr
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Nachdem sich zahlreiche Finanzdienstleister von dem Projekt distanziert haben, hat das Social-Media-Unternehmen Facebook seine eigenen Pläne in Zu­sam­men­hang mit der Kryptowährung Libra jetzt noch einmal über­ar­bei­tet. Der Fokus soll auf staatliche Währungen gerückt werden.

Ursprünglich hatte Facebook geplant, Libra als eine stabile Kryptowährung zu gestalten. Der Gegenwert sollte an die weltweit wichtigsten Währungen gekoppelt werden, um starke Kurs­schwan­kun­gen, wie es zum Beispiel bei Bitcoin der Fall ist, ausschließen zu können. Dennoch wurde das Vorhaben von vielen Politikern kritisiert und in der geplanten Form abgelehnt.

So haben sich unter anderem US-Senatoren an große Finanzdienstleister wie Visa und Mas­ter­card gewandt. Die Unternehmen sind da­rauf­hin aus der Libra Association ausgetreten, um die angedrohten "regulatorischen Schwie­rig­kei­ten" in Bezug auf alle sonstigen Zah­lungs­pro­zes­se zu vermeiden. Auch Paypal hat sich zuvor von dem Projekt distanziert.

Libra wird zum Zahlungsnetzwerk

Aufgrund des starken Gegenwindes aus der Po­li­tik hat Facebook seine Pläne angepasst. Lib­ra soll jetzt zu einem globalen Zah­lungs­netz­werk werden. Das geht aus einem Bericht der BBC hervor. Hiermit sollen die re­gu­la­to­ri­schen Schwierigkeiten umgangen werden. Die Digitalwährung soll direkt an staatliche Wäh­run­gen wie Dollar und Euro gekoppelt sein. Der Vorteil von Libra besteht dann lediglich noch darin, Transaktionen auf den unterstützten Plattformen schneller abwickeln zu können.

Wie das Projekt schlussendlich umgesetzt wird, bleibt derzeit noch ziemlich offen. Die Libra Association soll auch weiterhin an der Entwicklung einer Kryptowährung arbeiten. Zunächst muss Facebook wieder Partner für das Vorhaben gewinnen. Ob der Konzern die ab­ge­sprun­ge­nen Finanzdienstleister mit der Planänderung begeistern kann, ist noch unklar.

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